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Ein Gütesiegel für besondere Förderung

10.10.2008 | 18:55 Uhr

Ennepetal. Ein Gütesiegel hinter der gläsernen Eingangstür macht es für jeden Besucher deutlich: Die Grundschule Büttenberg fördert ihre Kinder ausgezeichnet. Das findet jedenfalls das NRW-Schulministerium. ...

... Deshalb überreichte Ministerin Barbara Sommer vor genau einem Jahr das große Metall-Schild an Schulleiterin Kornelia Lehnen-Schaller. Besonders gut fand man in Düsseldorf das Büttenberger "Mathe-Band". Das heißt so, weil der Mathematik-Unterricht sich wie ein Band durch den Stundenplan aller sechs Klassen zieht. Dies hat den Vorteil, dass die Jungen und Mädchen - je nach Begabung und Leistungsfähigkeit - auch am Unterricht der anderen Klassen und Jahrgänge teilnehmen können. "Wir haben sechs Klassen, aber acht Mathe-Gruppen", erklärt Kornelia Lehnen-Schaller das Prinzip weiter. "Durch unser Konzept können wir die Kinder sehr gezielt fördern."

Gestützt wird diese individuelle Unterstützung am Büttenberg durch ungewöhnliche Organisationsmaßnahmen nicht nur im naturwissenschaftlichen Bereich. In der Zeit, in der die 130 Kinder beispielsweise Koch-, Handarbeits-, Kunst-, Theater-, oder Spiele-AG besuchen, treffen sich die Erwachsenen regelmäßig zur Team-Zeit. "So haben alle Lehrer Einblick in die Arbeit der anderen Klassen", erklärt Lehnen-Schaller. Teil der individuellen Förderung ist auch eine umfangreiche Diagnostik, die vor der Einschulung steht. Sie ermöglicht es den Lehrkräften, gezielt auf die Stärken und Schwächen jedes Kindes zu reagieren.

Generell hat es sich das siebenköpfige Team um die Schulleiterin zur Aufgabe gemacht, sich nicht auf die Defizite der Kinder zu "stürzen", sondern auf die Fähigkeiten. Zu den "Fähigkeiten" der Lehrstätte selbst gehört auch die Nachmittagsbetreuung, an der täglich etwa 35 Kinder teilnehmen. Angeboten wird sowohl die offene Ganztagsbetreuung als auch eine Gruppe, die bis 13.30 Uhr in der Schule umsorgt wird. Viele Eltern - aber auch die Lehrerinnen - finden noch ein ganz besonderes Angebot toll, dass den Kindern am Büttenberg gemacht wird: Der Unterricht in einer jahrgangsübergreifenden Kombi-Klasse. Der Vorteil daran sei, dass die Kinder voneinander lernen. "Für die Lehrer ist der Unterricht in den Kombi-Klassen sehr entspannt. Weil viele Kleinigkeiten nicht mehr erklärt werden müssen.

Das übernehmen dann die älteren Schüler", erläutert Lehnen-Schaller.

Das absolute Highlight für die Schüler am Büttenberg ist jedoch Athos. Der einjährige Labrador-Rüde wird aktuell zu einem Schulhund ausgebildet. Die Arbeit mit dem aufgeweckten Vierbeiner soll vor allem ängstlichen Kindern zu mehr Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten verhelfen. Bei all den positiven Seiten, die die Grundschule hat, will Kornelia Lehnen-Schaller auch den größten Minuspunkt ihres Reichs nicht verschweigen. "Das ist der optische, äußere Eindruck." Der Baustil der 60er Jahre wirke nicht einladend und spiegele vor allem nicht die innere Freundlichkeit wider, bedauert die Schulleiterin. "Die Optik verbirgt die Qualität." Deshalb fordert Lehnen-Schaller immer wieder gerne dazu auf, einen genaueren Blick in die Schule zu werfen.

Von Hannah Senger

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