Ein großes Kompliment

Bürgerversammlungen sind immer mit Emotionen beladen. So war es auch bei der Diskussion über die Verkehrsanbindung des Neubaugebiets Dörnerbusch natürlich auch. Wer möchte schon die Bagger vor seinem Balkon haben, anschließend zusätzlichen Verkehr hinnehmen müssen und die grüne Aussicht durch neue Nachbarn eingeschränkt bekommen?

Andererseits werden aber neue Wohnungen und Häuser gebraucht, um den eigenen Bürgern in der Stadt und auch Interessenten ein Angebot machen zu können, in Gevelsberg zu leben.

Das daraus Konflikte entstehen, führt in vielen Orten zur Eskalation. Bei der Anhörung in Gevelsberg war das ganz anders. Die Politiker aller Parteien – bis auf die, die selbst betroffen sind – haben sich zurückgehalten, Bürgermeister Claus Jacobi hat seine Rolle als Moderator und nicht als Meinungsführer angenommen. Großes Lob vor allem an die anwesenden Vertreter der CDU, der Grünen und der FWG. Die Opposition hat der Versuchung widerstanden, Öl ins Feuer zu gießen. Auch sie hat zugehört. Das ist in der Politik alles andere als selbstverständlich.

Jetzt geht die Diskussion im Rat weiter. Ich bin mir sicher: Sie wird genauso sachlich geführt. Und irgendwie hatte man nach dem Ende der Bürgerversammlung den Eindruck, dass inzwischen alle Beteiligten nach 40 langen Jahren in der Schwebe froh wären, wenn die Planungen endlich einen Abschluss finden würden und die Arbeiten los gingen.