Ein ganz seltenes Jubiläum: 75 Jahre in der Feuerwehr

Feierstunde mit Familie und zahlreichen Gratulanten: Hans Walter Zuschlag (sitzend) wird für seine 75-jährige Zugehörigkeit zur Löschgruppe Külchen geehrt. Der Jubilar gehörte die meiste Zeit davon zu den Aktivposten.
Feierstunde mit Familie und zahlreichen Gratulanten: Hans Walter Zuschlag (sitzend) wird für seine 75-jährige Zugehörigkeit zur Löschgruppe Külchen geehrt. Der Jubilar gehörte die meiste Zeit davon zu den Aktivposten.
Foto: WP

Ennepetal..  Eine echte Rarität wurde gestern bei der Löschgruppe Külchen gefeiert. Hans Walter Zuschlag gehört der Freiwilligen Feuerwehr seit sage und schreibe 75 Jahren an.

Die Sonne stand strahlend am Himmel, die Stadt- und Feuerwehrkapelle spielte „Alte Kameraden“ und zahlreiche Gratulanten erwiesen dem Jubilar die Ehre – so wurde das bundesweit äußerst seltene Jubiläum im Gerätehaus in Königsfeld stimmungsvoll begangen. „Das ist ein sehr bedeutsamer, historischer Tag für uns“, sagte Löschgruppenchef und stellvertretender Stadtbrandmeister Timo Schemmann zur Begrüßung.

Familie ist eine Feuerwehr-Dynastie

Hans Walter Zuschlag, der vor 14 Tagen seinen 90. Geburtstag feierte, ist Mitglied einer Feuerwehr-Dynastie. Sein Vater Walter gründete die Feuerwehr am Külchen vor 91 Jahren mit und war von 1934 bis 1960 deren Chef. Und Hans Walter Zuschlags Sohn Wilfried erhielt in diesem Jahr immerhin schon das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35 Jahre Mitgliedschaft. „Mein Vater war schon in der Wehr, da war es nahe liegend, dass ich da auch eingetreten bin“, sagt Hans Walter Zuschlag. Als Maschinist sei er in seiner aktiven Zeit für das Fahrzeug und die Spritzen verantwortlich gewesen. „Wenn es brannte, dann hat er alles stehen und liegen lassen“, meint seine Frau Hannelore schmunzelnd. Hans Walter Zuschlag hatte eine Metallwarenverarbeitungsfirma, die er vom Vater übernommen hatte und die heute sein Sohn führt. Nach seinem Übertritt in die Alters- und Ehrenabteilung war Hans Walter Zuschlag weiter aktiv, nicht zuletzt für den „Tanz in den Mai“. Bis vor zwei Jahren war er auch regelmäßig bei den Treffen der Ehrenabteilung dabei.

Zahlreiche Gratulanten

Die Erste Bürgemeisterstellvertreterin Anita Schöneberg überbrachte die Glückwünsche von Rat und Verwaltung. Hans Walter Zuschlag sei am 10. Mai 1940 in die Wehr eingetreten. Damals habe Nazi-Deutschland gerade den Blitzkrieg gegen Frankreich begonnen. „Für einen 15-Jährigen gehörten Charakterstärke und Mut dazu, nicht in die Hitlerjugend, sondern in die Freiwillige Feuerwehr einzutreten“, betonte sie und dankte Hans Walter Zuschlag für seinen Einsatz sichtlich gerührt. „Sie verdienen den Respekt aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ennepetal. Sie sind ein Vorbild.“

Auch die stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt gratulierte im Namen von Landrat Dr. Arnim Brux und der Kreisverwaltung. „Wir sind unglaublich stolz, dass wir so etwas im Ennepe-Ruhr-Kreis haben“, sagte sie. Ennepetals Wehrführer Frank Schacht hob die Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit des Jubilars hervor, der sein Leben am Windgarten verbrachte und seit 58 Jahren mit seiner Hannelore verheiratet ist. Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm, der auch Präsident des Feuerwehrverbandes ist, überreichte Schacht Hans Walter Zuschlag eine Sonderauszeichnung in Gold des Landesfeuerwehrverbandes samt Urkunde.

Die Gratulanten hatten allesamt kleine Präsente mitgebracht. Ein besonderes Geschenk gab es von den Kameraden der Löschgruppe Külchen: einen stattlichen Feuerwehrmann aus Stahlblech, den die kreativen Kräfte der Gebal-Werkstatt gefertigt haben. Musikalisch umrahmt wurde die Feier, an der auch Hans Walter Zuschlags Kinder und Enkel teilnahmen, von der Stadt- und Feuerwehrkapelle unter Leitung von Peter Bremicker. Im Anschluss an den offiziellen Teil verbrachten die Gäste bei einem kleinen Imbiss noch einige gesellige Stunden.