Ein Drei-Gänge-Menü mit „Kosakenzipfel“

Fünf Schauspieler des TiC-Theaters servieren in Schwelm – passend zum Menü – Sketch-Klassiker aus der Feder von Loriot.
Fünf Schauspieler des TiC-Theaters servieren in Schwelm – passend zum Menü – Sketch-Klassiker aus der Feder von Loriot.
Foto: WP

Schwelm..  Einen Abend mit Loriot-Geschichten und gutem Essen verlebten jetzt die beiden Lions Clubs der Herren und der Damen im Forum des Helios-Klinikums. Dr. Andreas Leven, der amtierende Präsident des Lions Clubs Ennepe-Ruhr, hatte den gemeinsamen Abend, zu dem auch die Partner der Mitglieder eingeladen waren, organisiert.

Neben der Unterhaltung stand auch vor allem das näher Kennenlernen der Mitglieder der beiden Service-Clubs untereinander im Vordergrund. Den unterhaltsamen Rahmen steuerte das TiC-Theater aus Wuppertal-Cronenberg bei.

Mit fünf seiner Schauspieler und entsprechender Licht- und Tontechnik war das TiC-Theater nach Schwelm gekommen, um – passend zum Drei-Gänge-Menü aus der Küche des Haus Marianne/Wuppertal – Sketch-Klassiker aus der Feder von Loriot alias Viktor von Bülow zum Schmunzeln und Lachen zu servieren.

Zu dem „geweckten Kartoffelcremesüppchen mit Hummerkrabbe“ und „Argentinischem Roastbeef auf Thymianjus“, „Kartoffelgratin“ und „Bohne im Speckmantel“ gab es auf der Bühne den Anstandsunterricht, die Jodelschule und den Lottogewinner Erwin Lindemann zu sehen und zu hören. Köstlich in zweifacher Hinsicht natürlich das Wiedersehen mit dem „Kosakenzipfel“, der sich zum Schluss auch als Nachtisch auf den Tellern der Gäste des Abend wiederfand.

Nicht nur für Lions-Präsident Dr. Andreas Leven ein „gelungener Abend“ für beide Lions Clubs, auf den hoffentlich „weitere gemeinsame Veranstaltungen“ folgen werden. „Schließlich sind sowohl die Damen als auch die Herren der Lions-Idee verpflichtet.“

Hintergrund TiC-Theater

Im Dezember 1984 gründete sich der Verein „Borner Schule-Kulturzentrum Cronenberg“. Ein Kulturhaus für jung und alt sollte entstehen, ein Kommunikationszentrum, eine Stätte der Begegnung. Die vor wenigen Jahren noch im Schulbetrieb befindliche Schule wurde, mit finanzieller Hilfe von Stadt und Land grundlegend renoviert, und am 28. Februar 1986 eröffnet.

Ein Galerie-Café, eine Musikstation, eine Töpferwerkstatt, eine Kinderschauspielschule und eben ein kleines Theater - Theater in der Borner Schule -, kurz TIBS genannt zogen in das Gebäude ein.

Der Name TiC (Theater in Cronenberg) wurde erst zu Beginn der Spielzeit 1986/87 vergeben.

Der erste vollständigen Spielplan zur Spielzeit 1986/87 bot alles, was ein vielseitiger Theaterfreund sehen möchte. Von der Komödie über die Satire und dem Musical bis hin zum Trauerspiel.

Die Resonanz des Publikums war durchweg positiv und man schaute zuversichtlich in die Zukunft - trotz finanzieller Engpässe. Obwohl die Akteure unentgeltlich spielten und die Regisseure und Bühnenbildner, etc. nur ihre Kosten ersetzt bekamen, mangelte es an Geld. Ausgaben wie das Material für Bühnenelemente, Lichttechnik und die Stückrechte sind enorm hoch. Und das schmale Platzkontingent mit etwa 70 bis 80 Zuschauer je Vorstellung ließ nur eine begrenzte Einnahme zu. Diesen finanziellen Problemen wurde im Sommer 1988 die Gründung des TiC als eingetragener Verein entgegengesetzt, der dem Theater eine finanzielle Unterstützung sein sollte.

Zahlreiche Aufführungen

Mit den großen Erfolgen der Musicals Linie 1, The Rocky Horror Show und A Slice of Saturday Night sowie etlicher anderer Aufführungen konnte das TiC überleben. Und spätestens seit dem Erfolg der Rocky Horror Show im Sommer 1995 auf der Waldbühne Hardt ist das TiC fast jedem Wuppertaler bekannt.