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Ein Deutscher im hellenischen Wasser

12.02.2010 | 18:40 Uhr
Ein Deutscher im hellenischen Wasser

Jugoslawien, Ennepetal, Griechenland. Das ist der Weg, den der gebürtige Gevelsberger Hans Werner Fischer auf sich nahm, um ein Hobby zu entdecken, es zu kultivieren und schließlich einen Beruf daraus erwachsen zu lassen – das Tauchen.

Diese Woche feiert Hans Werner Fischer sein Silberjubiläum im Deutschen Unterwasserclub Ennepetal. Im Rahmen der Vorstandssitzung wurde seine Ehrung vorgezogen, da er noch vor der diesjährigen Jahreshauptversammlung wieder zu seinem Arbeitsplatz auf der griechischen Insel Zakynthos zurückkehrt.

Seit zwölf Jahren im Land der Antike

Vor zwölf Jahren verließ er die Heimat, um Touristen im griechischen Mittelmeer das Tauchen beizubringen. Seit vier Jahren lebt der 58-jährige dauerhaft im Land der Antike und unterrichtet dort vor allem deutsche Touristen in der während der engen Saison zwischen März und Oktober. „Die Ösis nehmen aber langsam überhand”, berichtet der Mann, der sich keiner ironischen oder humoristischen Anmerkung enhält. Komische und spontane Anekdoten binden sich oft an seine Person. Heute können die Mitglieder im Verein über die teils gefährlichen Aktionen lachen, als man zu dritt die Ennepe auf einem improvisierten Floß aus Lkw-Schläuchen erkundete und schließlich mit Paddel, Anker und Tauchanzug an der B7 stand, oder – harmloser – als Fischer sich mit seinen Initialen in der Mauer der Bever-Talsperre verewigte.

Blut leckte der leidenschaftliche Taucher für diese Art der Selbstverwirklichung vor 1984 in Jugoslawien, als er mit Freunden das Tauchen ausprobierte. Im Gegenzug durften sie sein Surfbrett testen. Kurz nach seiner Rückkehr trat Fischer umgehend in den Ennepetaler Verein ein und ließ sich auch bald als Tauchlehrer ausbilden, was seinen bisherigen Lebensweg grundlegend änderte. „Ich bin dann beim Tauchen hängen geblieben”, beschreibt Fischer den Grund für sein jetziges Leben in Griechenland.

Die Vorzüge des Deutschen Lebens

Doch so ganz wollte er auf die Vorzüge eines Lebens in Deutschland nicht verzichten. So kommt er zumindest alle zwei Jahre zurück, um sein Auto durch den TÜV zu schicken. Außerdem sei die ärztliche Versorgung in diesen Breiten im Gegensatz zu der in Griechenland nicht zu verachten.

Heute kann er gut von seiner Arbeit leben und konnte sogar schon mit seinen Unterwasserfilmen, die er hobbymäßig aufzeichnet, dem NDR bei einer Dokumentation über Mönchsrobben aushelfen. Trotz, oder gerade wegen seiner witzigen Ader mit einer gewissen Prise Ernst, lehnt er für seine 25 Jahre im Verein jegliche Ehrenzeichen und Zertifikate ab.

Stattdessen gab es vom 1. Vorsitzenden Friedhelm Koch einen Geschenkkorb mit einer Menge an haltbaren Nahrungsmitteln, damit diese auch das beneidenswerte, griechische Klima überstehen.

Matthias Nowakowski

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