Ehrenamt wichtig für das Miteinander

Hilla Wiese will lieber im Hintergrund bleiben. Ihr gegenüber sitzt Pia Grebe. Immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr bietet sie im Stadtteilbüro
Hilla Wiese will lieber im Hintergrund bleiben. Ihr gegenüber sitzt Pia Grebe. Immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr bietet sie im Stadtteilbüro
Foto: WP

Ennepetal..  Behördenschreiben machen Hilla Wiese keine Angst. Dafür sind auf ihrem Schreibtisch einfach schon zu viele Dokumente gelandet. Papierkram zu bewältigen gehörte jahrzehntelang zu ihrem Job. Nun will sie im Stadtteilbüro Voerde anderen dabei helfen, im Bürokratiedschungel nicht die Übersicht zu verlieren.

Aus der Zeitung hatte sie davon erfahren, dass Ehrenamtliche gesucht werden, die sich in dem Ortsteil Voerde einbringen möchten. Mit der Idee für eine Formularhilfe ist sie zu Pia Grebe gegangen – und mit offenen Armen empfangen worden.

Projekt finanziell gefördert

Der Bedarf ist da, weiß die Leiterin des Stadtteilbüros Voerde aus Erfahrung, und die Hemmschwelle, Hilfe an offiziellen Stellen einzufordern ist groß. Unbürokratisch, anonym und niederschwellig. Noch steckt das Angebot im Voerder Eck in den Anfängen: Doch schon bald soll die Sprechstunde alle 14 Tage, immer donnerstags von 16.30 bis 17.30 Uhr stattfinden. „Bei Bedarf komm ich auch häufiger“, betont Hilla Wiese. Nicht selten sind behördliche Schreiben eben auch an Fristen gebunden. Lange warten sollte man da nicht.

Pia Grebe freut sich über das ehrenamtliche Engagement im Stadtteilbüro. Denn Hilla Wiese ist nicht die einzige, die sich einbringen, etwas für andere tun möchte. So ist beispielsweise auch der Nähtreff entstanden, oder das Infoangebot über E-Book-Reader in der vergangenen Woche.

Im Juni ist das Stadtteilbüro unter dem Motto „Miteinander und Füreinander“ an den Start gegangen. Es wird gefördert vom Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Bundesministerium. Kooperationspartner sind „Die Voerder Baugenossenschaft“, die FAN und die Stadt. Ziel ist es, eine Anlaufstelle für ältere Menschen zu etablieren. „Ich dachte erst, dass das Stadtteilbüro nur für Mieter der Baugenossenschaft ist“, sagt Hilla Wiese. Doch das sei es eben ausdrücklich nicht. „Angesprochen sind alle“, sagt Pia Grebe. Vor allem auch wenn es darum geht, zu sagen, was in Voerde fehlt. Einige Wünsche sind schon im Stadtteilbüro angekommen. Wie zum Beispiel die Idee, einen Lieferdienst für Lebensmittel für Menschen, die kein Auto haben und schlecht zu Fuß sind, einzurichten. Ein Transportservice zu Kulturveranstaltungen in Milspe finden viele ebenfalls gut, ebenso wie eine mobile Stadtbücherei. Das Repair-Café, das im Haus Ennepetal seit wenigen Monaten stattfindet, hätten einige auch gerne in Voerde. „Wir wollen keine Konkurrenz schaffen“, betont Pia Grebe.

Viele Vereine und Institutionen aktiv

Alle Aktionen sollen zusätzlich sein, bestehende Angebote ergänzen, die Teilnahme daran denjenigen ermöglichen, denen der Weg nach Milspe zu weit ist. Außerdem, so Grebe, passiere auch schon viel vor Ort, durch die vielen Institutionen, Vereine und Gruppen, die schon lange aktiv sind. „Nicht alle Bürger wissen, aber, was hier alles los ist“, sagt Pia Grebe. Zu informieren gehöre eben auch zu den Aufgaben des Stadtteilbüros.

Am 24. März will die Diplom-Sozialarbeiterin zu einem runden Tisch einladen, an dem alle gemeinsam ins Gespräch kommen können. Um vielleicht dort das nächste neue Angebot auf den Weg zu bringen.Von Voerdern für Voerder.