EC-Karte des leeren Kontos eingesetzt

Schwelm.. In nur vier Tagen prellte ein 28-jähriger und aus Syrien stammender Bürger im April vergangenen Jahres die Filiale eines Großhändlers an der Talstraße um knapp 5000 Euro. Fünfmal kaufte er in der kurzen Zeit dort ein und bezahlte per Lastschriftverfahren mit EC-Karte. Das Konto war nie gedeckt. Der Flüchtling mit dem Status „Aufenthaltserlaubnis“ hatte bereits Ende 2013 die eidesstattliche Versicherung abgegeben. Wegen mehrfachen gewerbsmäßigen Betrugs landete der Mann nun vorm Schwelmer Strafgericht.

Für Auftraggeber unterwegs

Die Taten räumte er ein. Der Grund: Geldmangel. Er habe die Ware (DVD, Tassen, Geschirrsets, Haarentferner und ganze Ausstattungsgegenstände) nach Anweisung und Bestellung anderer geholt und sie mit Gewinn an die Auftraggeber weiter verkauft, ließ er durch einen Dolmetscher mitteilen. Was solle er tun? Er habe vier Kinder und kein Geld.

Neuer Job in Aussicht

Gegenfrage von Richter Bastian Cardue: „Was wollen Sie machen? Vielleicht einfach auch einmal die deutsche Sprache lernen?“ Bald habe er wieder einen Job in der neuen Shisha-Bar seines Bruders, ließ der Beschuldigte entgegnen.

Ein allerletztes Mal kam der wegen Verstoßes gegen das Ausländergesetz Vorbestrafte (er hatte seinen Neffen nach Deutschland eingeschleust) noch nach langer Überlegung des Gerichts mit einem blauen Auge davon. Zehn Monate auf Bewährung sowie 200 Stunden Sozialdienst, lautete das Urteil.

„Ich habe komplettes Verständnis für Bürgerkriegsflüchtlinge“, sagte der Vorsitzende Richter, „aber so geht es wirklich nicht.“