Ebola-Verdacht bei 22-jährigem Mann aus Gevelsberg

Der Parkplatz des Helios-Klinikums in Schwelm wurde gesperrt, hier errichtete die Feuerwehr eine mobile Dekontaminationsanlage.
Der Parkplatz des Helios-Klinikums in Schwelm wurde gesperrt, hier errichtete die Feuerwehr eine mobile Dekontaminationsanlage.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bei einem jungen Asylbewerber aus Afrika, der in Gevelsberg wohnt, besteht der Verdacht auf Ebola. Erst am Nachmittag gab es Entwarnung.

Gevelsberg/Schwelm.. Der Ebola-Verdacht bei einem 22-jährigen Asylbewerber aus Afrika sorgte in der Nacht zu Montag für einen Ausnahmezustand an der Unterkunft des Mannes in Gevelsberg, in der Gevelsberger Hauptwache sowie am Helios-Krankenhaus in Schwelm.

In einer Mitteilung der Kreisverwaltung am Morgen hieß es recht schnell: Der Mann lebt seit 2013 in Deutschland. Er sei in den vergangenen Wochen nicht in Afrika gewesen. "Aus diesen Gründen hat die Kreisverwaltung den Verdachtsfall zwischenzeitlich als nicht begründet bewertet." Offiziell gab es aber erst gegen 14.30 Uhr nach einer Blutprobe Entwarnung: Der Mann hatte einfach nur hohes Fieber, wohl grippebedingt.

Feuerwache und Rettungswagen isoliert

„Mann hinter verschlossener Tür“ lautete der Einsatzbefehl um 22.13 Uhr am Sonntagabend. Die Rettungswagen-Besatzung und hauptamtliche Kräfte der Gevelsberger Wache in der Körnerstraße rückten in die Gartenstraße aus, verschafften sich dort Zutritt zu der Wohnung und trafen auf den Afrikener, der unter sehr hohem Fieber litt. Die Mediziner hatten sofort den Verdacht, dass es sich um Ebola handeln könnte.

Ebola-Verdacht Der Mann wurde mit dem Rettungswagen zum Helios-Klinikum gebracht, der Notfallplan des Ennepe-Ruhr-Kreises griff. Während der Rettungswagen im Innenhof des Schwelmer Krankenhauses isoliert wurde – der 22-Jährige hat das Klinikum nicht betreten – wurden entsprechende Maßnahmen auch an der Wache in Gevelsberg eingeleitet. Alle am Einsatz Beteiligten wurden isoliert. Nur noch die Büros, die Zentrale und die Halle, in dem der Löschzug 1 sein Fahrzeug hat, konnten vom letzten verbliebenen Mann in der Gevelsberger Wache genutzt werden. Der Löschzug 1 wurde in Alarmbereitschaft versetzt, damit die Wehr weiter handlungsfähig gewesen wäre, falls ein weiterer Einsatz aufgelaufen wäre.

Blutprobe mit Hubschrauber abgeholt

Ab 9 Uhr am Montagmorgen waren Einsatzkräfte, Hallen, Wagen und die Wege, die die Wehrleute gegangen waren, dekontaminiert, so dass die Gevelsberger Hauptwache wieder voll einsatzfähig war.

Derweil koordinierte der Krisenstab des Ennepe-Ruhr-Kreises den Einsatz, sperrte den unteren Teil des Parkplatzes am Helios-Klinikum komplett ab. Unter anderem bauten sie eine mobile Reinigungsanlage auf. Dutzende Feuerwehr- und Polizeiwagen versammelten sich hier - ebenso wie an der Feuerwache in Gevelsberg. Die Einsatzkräfte näherten sich dem Erkrankten nur in kompletter Schutzkeildung und entnahmen dem Asylbewerber eine Blutprobe. Diese holte ein Polizeihubschrauber um 8 Uhr am Morgen ab und brachte sie in eine Marburger Klinik. Dort wird das Blut nun auf den Ebola-Erreger untersucht, Ergebnisse werden für den Nachmittag erwartet.

22-Jähriger nach Witten gebracht

Der 22-Jährige war derweil mit dem Rettungswagen in das Evangelische Krankenhaus nach Witten gebracht worden, wo er unter Quarantäne liegt, bis feststeht, ob es sich um Ebola handelt. Auch eine Meningitis schließen die Mediziner nicht aus. Recherchen des Gesundheitsamts des Ennepe-Ruhr-Kreises zu Folge war der Asylbewerber erstmals im Jahr 2013 nach Deutschland eingereist. Angeblich soll er während der vergangenen Wochen nicht in Afrika gewesen sein, weshalb die Kreisverwaltung den Fall in den frühen Morgenstunden zwischenzeitlich als nicht begründet einstufte. „Für eine offizielle Entwarnung müssen aber noch die Ergebnisse der Blutprobe abgewartet werden“, sagt Ingo Niemann, Pressesprecher des Ennepe-Ruhr-Kreises.

Nachdem der Rettungswagen den Mann in Witten abgeliefert hatte, kehrte er nach Schwelm zurück, wo die Besatzung und das Fahrzeug in der Reinigungsschleuse dekontaminiert wurden.

Wir werden weiter aktuell berichten, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.