Drogenberatung für 173 Menschen

Die Drogenberatung hilft den Abhängigen.
Die Drogenberatung hilft den Abhängigen.
Foto: ddp

Gevelsberg..  Noch immer ist in Gevelsberg kein einziger Mediziner gefunden worden, der die Behandlung von Rauschgift-Abhängigen mit Ersatzdrogen überwacht. Das erklärte Sven Wiesel bei der Vorstellung des Jahresberichts der Sucht- und Drogenhilfe vor dem Jugendhilfeausschuss.

Bereits bei der Bilanz vor einem Jahr wurde der Notstand bei der Behandlung von den Parteien beklagt. „Seitdem hat sich also nichts getan“, zeigte Ausschussvorsitzender Klaus Bärenfänger (SPD) seine Enttäuschung. Wiesel setzt seine Hoffnungen auf Gespräche mit der Schwelmer Helios-Klinik. Dort könnte eine Überwachung der Versorgung mit Methadon oder anderen Ersatzstoffen gemeinsam für die Städte des Südkreises stattfinden.

Solche Alternativen, die für den Körper nicht so schädlich sind, ist die Alternative, wenn ein völliger Entzug momentan nicht möglich ist. Niedergelassene Ärzte scheuen sich die so genannte „Substitutionsbehandlung“ zu übernehmen, weil sie Angst haben, Drogenabhängige in den Wartezimmer könnten andere Patienten verschrecken. Der Mediziner ist für die Eingangsuntersuchung, die Einstellung auf Methadon, die tägliche Dosierung und regelmäßige Untersuchungen zuständig.

Auch Angehörige brauchen Hilfe

Im vergangenen Jahr, so Wiese in seinem Bericht, wurden 94 Personen von der Drogenhilfe wegen illegaler Substanzen betreut. Bei dem überwiegenden Teil, nämlich 79 Ratsuchenden, handelte es sich um Konsumenten. Bei den restlichen 15 Personen handelte es sich um Angehörige von Süchtigen. Die Altersstruktur der Klienten hätte sich nicht geändert. Vermehrt Menschen unter 25 Jahren würden das Hilfsangebot nutzen. Insgesamt 378 Einzelgespräche wurden durchgeführt. Hinzu kamen noch 75 Menschen, die Probleme mit legalen Drogen – zum Beispiel Alkohol – haben. 49 von ihnen waren arbeitslos, einer Rentner. Insgesamt 173 Kunden suchten also die Beratungsstelle auf.

15 Klienten der Drogenhilfe mit Rauschgiftproblemen wurden im Jahr 2014 in eine „qualifizierte Entgiftung“ in das Evangelische Krankenhaus Elsey, dem Kooperationspartner, gebracht. Nicht immer ist es das Ende einer Drogenkarriere. „Bei der Sucht gehört der Rückfall einfach dazu“, antwortete Wiese auf eine entsprechende Frage aus dem Ausschuss.

Eine Entgiftung ist nicht nur bei harten Drogen, sondern auch bei Alkoholabhängigkeit notwendig. Hier waren es elf Einwohner aus Gevelsberg, die deshalb in einer Klinik Hilfe suchten. Auch ein Spielsüchtiger wurde ins Krankenhaus eingeliefert. „Die Zahl steigt. In diesem Jahr sind es schon drei“, zählt Wiesel zusammen.

Auch die Aufklärung ist Aufgabe der Drogenhilfe. In diesem Sinne wurden im vergangenen 203 Schüler beraten, bis auf die Förderschule alle aus der Jahrgangsstufe 8. 44 besuchten die Realschule, 44 die Hauptschule, neun die Förderschule und 106 das Gymnasium. Sie durften zum Beispiel durch eine Rauschbrille blicken, um nüchtern die Gefahren des Alkohols für sich zu entdecken.