Drei weitere Monate Einbahnstraße

Mindestens drei Monate länger als geplant, wird das Verkehrschaos in Gevelsberg andauern.
Mindestens drei Monate länger als geplant, wird das Verkehrschaos in Gevelsberg andauern.
Foto: WP

Gevelsberg/Ennepetal..  Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Die Baustelle auf der B7 verzögert sich um drei Monate. Bis mindestens September wird es weiter Einbahnstraßenverkehr von Ennepetal nach Gevelsberg geben. Wenigstens eine kleine gute Nachricht: Ab heute ist zumindest das Gewerbegebiet am Kruiner Tunnel wieder von beiden Richtungen zu erreichen, das kündigte der Landesbetrieb Straßenbau NRW gestern auf Nachfrage dieser Zeitung an. Dennoch, das Verkehrschaos zur Gevelsberger Kirmes scheint vorprogrammiert.

Verkehrschaos zur Kirmes

Denn wenn auch der Engelberttunnel an den tollen Tagen Ende Juni gesperrt ist, werden die Ausweichmöglichkeiten sehr knapp. „Wir stimmen uns gerade mit der Stadt Gevelsberg ab, um eine alternative Umleitung für diese Zeit festzulegen“, erklärt Uwe Mielke, zuständiger Projektleiter der Landesbehörde. Konkreter könne er zu diesem Zeitpunkt noch nicht werden. Fest steht: Um die Autos durch den Kruiner Tunnel beidseitig zu führen, fehle der Platz. Und eine Signalanlage sorge für einen zu langen Stau in Ennepetal und ein Verkehrschaos, das nicht zu händeln sei, erklärt Mielke. Die eigentliche Straßenbaumaßnahme sei im Soll, Grund für den Verzug sei die Stützmauer – und das aus mehreren Gründen.

Mehr Zeit als erwartet habe die Untersuchung des Untergrunds gekostet. Der Kampfmittelräumdienst hat 80 Stellen untersucht und dafür 80 Bohrträger in den Boden setzen und für jeden wiederum 20 Bohrungen machen müssen. Noch liegen nicht alle Ergebnisse vor, bisher sei aber nichts gefunden worden. Außerdem wurde ein 100 Jahre altes Trogbauwerk entdeckt, und zwar in dem Bereich, wo die neue Stützmauer errichtet werden soll. Ob dieses überbaut werden kann oder abgerissen werden muss, werde noch geprüft. Mit den eigentlich Arbeiten an der Stützmauer wurde noch gar nicht begonnen.

Ein weiteres Problem ist, dass der Felsenhorizont anders als im Gutachten sei, so Mielke. Das heißt, der Felsenbereich, der als Grundlage für die 400 Meter lange Stützmauer bei der Firma ESM genutzt werden soll, ist tiefer als erwartet. Also muss neu geplant werden.

Erst wenn die Stützmauer abgerissen ist, voraussichtlich im September, wird der Verkehr auf der B7 zwischen Ennepetal und Gevelsberg wieder für beide Richtung frei gegeben. Aber nur für etwa sechs Monate. Dann gibt es wieder eine Einbahnstraßenregelung, weil die Straßenbaumaßnahme ansteht.

Fertig ist dafür der Bereich zwischen Mauerstraße und Kruiner Tunnel. Gestern war die Abnahme, heute sollen die Gewerbetreibenden im Kruiner Industriepark wieder von zwei Seiten zu erreichen sein. Eingerichtet ist dafür der nächste Baustellenbereich: zwischen Mauerstraße und Toyota in Gevelsberg. Bis zur Kirmes soll auf jeden Fall eine Spur fertig sein, erklärt Uwe Mielke. Über die Höhe der zusätzliche Ausgaben für die Maßnahme konnten gestern noch keine Auskünfte gemacht werden. Eins wird die Baustelle die Autofahrer auf jeden Fall kosten: Nerven.