Drei von vier Fahranfängern sind jünger als 18 Jahre

Ennepe-Ruhr..  Die Mitarbeiter der Führerscheinstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises haben im vergangenen Jahr rund 12.000 Führerscheinanträge bearbeitet. Gewünscht waren unter anderem das erstmalige Ausstellen einer Fahrerlaubnis, der Umtausch älterer Führerscheinmodelle in den EU-Kartenführerschein oder Verlängerungen für die Berechtigung, Lastkraftwagen lenken zu dürfen.

Fahren ab 17 Jahren

Weiterer „Antragsschlager“ war das begleitete Fahren ab 17 Jahren: 1.691 Mal wurde diese Erlaubnis erteilt, 257 Mal mehr als 2013. Damit nutzen inzwischen drei von vier Fahranfängern die Möglichkeit zum frühzeitigen Griff ans Lenkrad. „Das Verhalten dieser jüngsten Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern kann als vorbildlich bewertet werden. Es gab 2014 wie bereits in den Vorjahren keinen Fall, in dem ein Jugendlicher ohne die vorgeschriebene Begleitung erwischt wurde“, berichtet Christian Götte, Leiter der Führerscheinstelle der Kreisverwaltung.

Führerschein entzogen

Deutlich weniger vorbildlich verhielten sich hingegen 461 Inhaber eines „regulären“ Führerscheins. Sie mussten nach Verstößen den Verlust der Fahrerlaubnis verkraften. Einsamer Spitzenreiter bei den Gründen für diese Entscheidung: Alkohol am Steuer. In sechs von zehn Fällen hatten die Fahrer mehr oder weniger stark zu tief ins Glas geschaut. Auf den Plätzen folgen Drogen (30 Prozent) sowie Unfallflucht oder Nötigung (10 Prozent). „Allerdings“, weist Götte auf einen altersspezifischen Unterschied hin, „bei Fahrern bis 25 Jahren ist das Verhältnis von Drogen und Alkohol genau umgekehrt.“

Senioren hinterm Lenkrad

Immer wieder erhält die Führerscheinstelle auch Hinweise auf Senioren, bei denen Zweifel an der Fahrtüchtigkeit bestehen. „Im letzen Jahr hat sich diese Zahl mit 238 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert“, so Götte. „Können die Bedenken in einem persönlichen Gespräch nicht ausgeräumt werden, bitten wir um einen Bericht des Arztes und um ein fachärztliches Gutachten.“ Die Erfahrung zeige: Im Laufe der Untersuchungen reift bei vielen die Einsicht, doch nicht mehr fit genug zum Autofahren zu sein. Die freiwillige Abgabe sei häufig die logische Folge, ein Entziehen von Amtswegen eher die Ausnahme.

Neues Punktesystem

Gedanken über ihre Fahrerlaubnis müssen sich auch nach der Umstellung des Punktesystems hartnäckige Verkehrssünder machen. Rund 1.000 Personen wurden im letzten Jahr von der Führerscheinstelle angeschrieben, die wenig erfreuliche Botschaft: Vorsicht mit dem „Konto“stand in Flensburg. Weitere Zahlen aus der Jahresbilanz: 400 Fahranfänger erhielten Post, weil sie innerhalb der Probezeit mehrfach aufgefallen waren und 19 mal überstanden Fahranfänger die Probezeit nicht, 31 Kreisbürgern wurden zu viele Punkte im Verkehrsregister in Flensburg zum Verhängnis und 95 Bürger wurden von der Führerscheinstelle zur medizinisch-psychologischen Untersuchung geschickt.

13 000 Kunden in 2014

Mit Blick auf die Arbeit der Mitarbeiter der Führerscheinstelle betont Götte: „Die Wartezeit der mehr als 13.000 Kunden betrug im Durchschnitt weniger als neun Minuten; 90 Prozent der Bürger wurden innerhalb von 20 Minuten bedient und längere Bearbeitungszeiten konnten bis auf einige Ausnahmen in den Sommerferien vermieden werden.“

Als Beleg für die Qualität der Arbeit der Führerscheinstelle bewertet er auch die Ausgänge der Gerichtsverfahren. Vorm Verwaltungsgericht in Arnsberg und dem Oberverwaltungsgericht in Münster wurden 2014 43 Verfahren abgeschlossen. „Die Versuche der Betroffenen, die mit unseren Entscheidungen nicht einverstanden waren, blieben bis auf einen Fall allesamt erfolglos.“