Diebstahl und Nötigung nicht nachzuweisen

Ennepetal..  Im vergangenen Mai hatte der Vorsitzende des Schwelmer Jugendschöffengerichts, Richter Arnulf Arentz, einen 20-Jährigen Ennepetaler zu einem Jahr und neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs einer 12-jährigen auf dem Gelände der Ev. Stiftung „Loher Nocken“ (unsere Zeitung berichtete). Nun saß der Klutertstädter schon wieder auf der Anklagebank.

Erste Beschuldigung: Diebstahl eines Laptops, zweier Spielekonsolen und eines Fernsehers. Nachdem die geschädigte 18-Jährige kurzzeitig bei ihm in Ennepetal eingezogen sei, kam es zu einem Streit zwischen den Beiden. Er wollte sie nicht mehr in seinen eigenen vier Wänden und schmiss sie raus. „Ihre ganzen Sachen packte ich in blaue Tüten und stellte die vor die Tür“, so der Beschuldigte. Wenn auch berechtigte Zweifel bestanden, konnte das Gericht ihm nicht nachweisen, die Gegenstände tatsächlich geklaut und versetzt zu haben.

Zweiter Anklagepunkt: Versuchte Nötigung, die zeitweise Richtung Freiheitsberaubung tendierte. Die heute 18-Jährige, hochschwanger von einem anderen Mann, hatte bei der Polizei von Schusswaffen und Messern gesprochen; jetzt konnte sie sich an so etwas nicht erinnern. Fakt: Der Angeklagte hatte sie unter einem Vorwand in die Wohnung zurück gelockt und gesagt: „Du gehst nicht eher, bevor du mein Bett neu beziehst!“ Aus Wut hatte die damals 17-Jährige nämlich sein Bett mit ihrem Körperöl übergossen.

Bewährungsstrafe besteht noch

Der Vorsitzende Richter Arentz hatte genug, wandte sich an Staatsanwalt Scherer und fragte rhetorisch: „Trotz aller Vorstrafen, besteht hier ein öffentliches Interesse an weiterer Strafverfolgung?“ Der Anklagevertreter verneinte. Das Verfahren wurde nach Jugendrecht eingestellt und der Angeklagte lediglich verwarnt. Die Bewährungsstrafe besteht allerdings. Und da bekam der 20-Jährige ganz schlechte Beurteilungen. Sowohl Bewährungshilfe als auch Jugendgerichtshilfe konnte nichts Positives berichten. Arentz kündigte diesbezüglich an, die weitere Entwicklung abzuwarten.