Die Redaktion im Trockendock

Da hat Kollege Gruber gestern an gleicher Stelle davon geschrieben, dass die Redaktion brav und abstinent durch den Karneval geht. Just, als er die letzten Zeilen getippt hatte, wünschten wir uns allerdings alle ein kühles Pils. Denn: Plötzlich befanden wir uns am frühen Abend für Stunden nur noch in der Zuschauerrolle.

Die Technik streikte, und das heißt: Rien ne va plus – nichts geht mehr. Neben Kollege Grubers in Stein gemeißelten Zeilen war ansonsten viel weiße Fläche auf den Zeitungsseiten, während die Experten in irgendeinem Serverraum ganz weit weg versuchten, uns wieder ans Laufen zu bringen.

Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen – Erinnerungen an Stunden im dunklen Fotolabor, an Terminkalender aus Papier, an aktuelle Berichte, die am Abend per Kurier oder Taxi ins Druckhaus gebracht wurden, damit die Seite noch geändert werden konnte. Und: Erinnerungen an das, was im Rücken der Redaktion einmal gestanden hatte: die Schwelmer Brauerei. Da traf uns der Bierdurst plötzlich und unerwartet. Blöd, dass wir im Trockendock saßen.