Die Luft wird dünner für den Angeklagten

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Ennepetal..  Weiter geht’s im Mordprozess und die Luft könnte dünn werden für den Angeklagten, dessen Verteidiger kurz vor dem Ende der Beweisaufnahme noch zwei Überraschungszeugen aus dem Hut zauberte.

Die Rüggebergerin starb durch vier gerade, tiefe Messerstiche. Drei davon trafen sie mit großer Wahrscheinlichkeit von hinten. Das erklärte gestern die Pathologin, die die Getötete obduziert hatte.

Messerattacke von hinten

Dreimal wurde von hinten in den Rücken der Frau gestochen, einmal von vorn, vermutete die Pathologin. Dabei kam es zu drei Stichen in den Brustkorb, die zu massiven Lungenverletzungen führten. Jeder dieser wuchtigen Hiebe für sich war tödlich, betonte die Expertin. Die Rüggebergerin ist innerlich verblutet. „Dass es nur eine einzige, sehr kleine Abwehrverletzung an der Hand gegeben hat, spricht für einen Überraschungsmoment“, so die Pathologin weiter. Sie nahm an, dass die drei Stiche in den Rücken der Frau erfolgten. Hätte sie den Angriff kommen sehen, wären die Abwehrverletzungen heftiger ausgefallen.

Mögliche Mordmerkmale

Nach dem Gutachten sollte die Beweisaufnahme geschlossen werden – eigentlich. Verteidiger Frank Becker bat jedoch um eine Unterbrechung, um sich mit seinem Mandanten zu besprechen. Danach erklärte der Anwalt, dass er zwei weitere Zeugen hören möchte. Die sollen bestätigen, dass der Angeklagte bereits seit zwei Jahren von Affären seiner Frau wusste und nicht erst seit einer Woche vor der Tat, wie es im psychologischen Gutachten hieß. Die beiden Zeugen werden wohl am 26. Februar gehört. Sollten diese Aussagen nicht erfolgen, könnte Eifersucht ein Mordmerkmal sein – durch die Ausführungen der Pathologin käme noch Heimtücke hinzu. Ob dass Gericht so ein Urteil wegen Totschlags fällt, erscheint daher zumindest zweifelhaft. Für Mord ist die Strafe deutlich höher.