Die Katholische Grundschule bleibt ein Thema

Ennepetal..  Die Gestaltung der Ennepetaler Schullandschaft sorgte im abgelaufenen Jahr nicht nur in den politischen Gremien für viel Gesprächsstoff. Der vorgeschlagene – und schließlich beschlossene – Umzug der Katholischen Grundschule zum Schuljahr 2019/2020 nach Rüggeberg führte zur Gründung zweier Elterninitiativen. Die Befürworter eines Verbleibs der Schule in Milspe bereiten derzeit ein Bürgerbegehren vor. Das Thema wird die Stadt also auch im kommenden Jahr noch nachhaltig beschäftigen.

Zwei weitere Entscheidungen, die im kommenden Jahr wirksam werden, fielen dagegen einmütig: Die Albert-Schweitzer-Förderschule in Oberbauer wird bereits im Sommer geschlossen und die Sekundarschule bezieht ebenfalls zum kommenden Schuljahr erste Räume im Realschulgebäude.

Ratsmehrheit für Rüggeberg

„Eine Entscheidung ist mir noch nie so schwer gefallen wie bei diesem Beschluss“, sagte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, als es um den künftigen Standort der Katholischen Schule ging. Er selbst befürwortete den von der Arbeitsgruppe Immobilien im Rathaus erarbeiteten Vorschlag, dem zu Folge die Schule im Harkortschulgebäude hätte verbleiben sollen. Wiggenhagen betonte aber auch, dass die Auseinandersetzung in dieser Frage fair geführt worden sei.

Letztlich fiel die Mehrheit im Rat mit 25 zu 18 für den Umzug recht deutlich aus. SPD, FWE, FDP, Die Linke und Stefan Mayer-Stoye (Bündnis 90/Die Grünen) hatten dafür gestimmt.

Erst im Frühjahr war der Vorschlag des Umzugs der Katholischen Grundschule nach Rüggeberg aufgekommen. Dort wird die Grundschule – ohnehin nur noch ein Teilstandort der Grundschule Wassermaus – auslaufen und in eine Gemeinschaftsgrundschule Milspe (mit Wassermaus und dem weiteren Teilstandort Friedenstal) an der Friedenshöhe überführt. Mit einer Ansiedlung der Katholischen Schule, so die Befürworter, könnte der Verlust für den Standort Rüggeberg kompensiert werden. Dafür setzte sich letztlich erfolgreich die Elterninitiative „Eine Schule für Rüggeberg“ ein. Elternschaft, Kollegium und Katholische Gemeinde lehnten dagegen mehrheitlich einen Weggang aus Milspe ab, da man um den Bestand der Schule fürchtet. Es bildete sich eine Elterninitiative unter dem Titel „Die Katholische Grundschule muss zentral bleiben“, die derzeit ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss vorbereitet. Sollte die Initiative die erforderliche Zahl von Unterstützungsunterschriften sammeln und der Rat anschließend seinen Beschluss nicht revidieren, müsste ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Bis Mitte März haben die Initiatoren des Begehrens nun zunächst Zeit, die erforderlichen Unterschriften zusammenzutragen.

Unumstritten war der Beschluss der Politik, dass die Albert-Schweitzer-Förderschule bereits im kommenden Sommer und damit ein Jahr früher als ursprünglich geplant aufgelöst wird. Aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen und einer Gesetzesänderung hatte der Rat bereits im vergangenen Jahr beschlossen, die Schule aufzulösen. Mittlerweile werden nur noch etwa 20 Kinder und Jugendliche in Oberbauer betreut. Ennepetaler Förderschüler können künftig die Hasencleverschule in Gevelsberg besuchen, die dann einzige Förderschule für den Südkreis sein wird. Eine Alternative in Ennepetal bietet die private Förderschule der Evangelischen Stiftung Loher Nocken mit den Schwerpunkten emotionale/soziale Entwicklung und Lernen.

Realschule wird eher genutzt

Ebenfalls einer Meinung waren die Politiker beim Wunsch der Sekundarschulleitung, bereits ab dem kommenden Sommer Räume im Realschulgebäude zu beziehen. Die im Aufbau befindliche Sekundarschule, in der zum kommenden Schuljahr die Jahrgangsstufen fünf bis sieben unterrichtet werden, benötigt schon dann mehr Platz. Dieser steht im Gebäude am Breslauer Platz zur Verfügung, da die Realschule ausläuft. Ab Sommer werden dort nur noch Schüler der Klassen acht bis zehn unterrichtet.