Die heilsame Wirkung des Sports

Chefarzt Marc-Andreas Edel und Oliver Trelenberg
Chefarzt Marc-Andreas Edel und Oliver Trelenberg
Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg..  Oliver Trelenberg litt unter einer schweren psychischen Erkrankung. Danach kam die Krebsdiagnose. Sein Einkommen sei knapp unter der Hartz-IV-Grenze. Doch, er sagt von sich selbst: „Ich bin glücklich.“ Sein Rezept dafür ist kein Geheimnis: „Das Radfahren“. Deshalb hat Dr. med. Marc-Andreas Edel ihn eingeladen zu seinem Chefarzt-Vortrag in der Gevelsberger Fliedner-Klinik. Am kommenden Mittwoch, 17. Juni, 19 Uhr, geht es um das Thema „Psyche & Sport – Der Turbo für die Seele und den Körper“.

Wer etwas über Extremsport oder die Verbesserung von Höchstleistungen erfahren möchte, der ist hier fehl am Platze, vielleicht sogar ein schlechtes Beispiel. „Ich gehe die Sache ganz gemütlich an“, sagt Trelenberg und deutet auf die Stellen an seinem Körpern, an denen Kalorien sichtbar werden: „Statt Zuhause auf der Couch Trübsal zu blasen, setze ich mich aber auf mein Rad und fahre zum Beispiel von Hagen zum Baldeneysee.“

Mehr Sauerstoff fürs Gehirn

„Sport“, sagt Chefarzt Marc-Andreas Edel, „hilft die Lebensqualität zu verbessern. Er hat positive Auswirkungen auf das Gehirn.“ Die Folgen von Schlaganfälle, Demenzen, Morbus Parkinson, Depressionen, Psychosen, Angststörungen und chronische Schmerzsyndrome – bei der Behandlung könnte der Sport eine wichtige Rolle spielen. „Das ist keine Annahme von mir, das ist längst wissenschaftlich erwiesen“, versichert der Chefarzt der Gevelsberger Fliedner-Klinik, der selbst regelmäßig eine „Mucki-Bude“ besucht: „Es ist ganz schlicht das Fitness-Studio in einem Verein. Ich fühle mich aber richtig wohl, wenn ich meinen Körper einmal durchbewegt habe. Dann schlafe ich besser und mehr Appetit ist auch da.“ Der Sport fördere die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn. Konzentration, Gedächtnis und die Gefühlsverarbeitung würden verbessert.

Und welcher Sport passt nun zu einem Patienten? Was sollte er vermeiden, um seine körperlichen Gebrechen nicht zu vergrößern? Marc-Andreas Edel rät da nicht nur auf Experten wie Ärzte, Trainer und Therapeuten als wichtige Ratgeber zu hören, sondern auch auf den eigenen Körper zu achten, der am besten seine Bedürfnisse und die eigenen Grenzen kenne.

„Ich kann mit meiner Krankheit auch keine Berge mehr mit dem Rad erklimmen“, stimmt Oliver Trelenberg zu. Aber, er könne die Fahrt durch die Natur genießen und dabei lernen, nach vorne und nicht in die Vergangenheit zu blicken.