Die Hauptschule hat eine Zukunft

Das Schulzentrum West aus der Luft betrachtet.
Das Schulzentrum West aus der Luft betrachtet.
Foto: www.blossey.eu

Gevelsberg..  Die Hauptschule bleibt Gevelsberg erhalten. Bisher sind 21 Kinder dort für das Schuljahr 2015/16 angemeldet worden. „Damit ist klar, dass wir mindestens eine Eingangsklasse bilden können“, erklärte der Vorsitzende Gerd Vollmerhaus (SPD) bei der letzten Sitzung des Schulausschusses.

Die Zahlen werden sich in den nächsten Monaten noch verändern, aber eine Tendenz ist bereits zu erkennen. Zur Realschule sind bisher 75 Mädchen und Jungen angemeldet worden, für das Gymnasium sind es 120 Kinder. Somit können in Gevelsberg alle traditionellen Formen der weiterführenden Schulen weiter angeboten werden. „An allen drei weiterführenden Schulen wird eine sehr gute pädagogische Arbeit geleistet“, lobte Bürgermeister Claus Jacobi im Ausschuss.

2633 Kinder an den Schulen

Dort wurden auch die Zahlen des laufenden Schuljahrs diskutiert. Zurzeit gehen 2633 Mädchen und Jungen in Gevelsberg zur Schule. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch 3120. Die Zahlen sind aber immer noch besser als die Prognose, die ein Gutachten im Auftrag des Ennepe-Ruhr-Kreises vorausgesagt hatte. Wenn die Erwartungen eingetroffen wären, würden im laufenden Schuljahr nur noch 2503 Kindern unterrichtet. Berücksichtigen – so die Stadtverwaltung – muss man bei der Statistik auch, dass am Gymnasium durch das verkürzte Abitur ein Jahrgang weniger unterrichtet wird als vor fünf Jahren.

482 Kinder aus den Nachbarstädten gehen zu Gevelsberger Schulen. Allein 287 von ihnen kommen aus dem Bereich Sprockhövel. Eine weitaus größere Zahl – nämlich 901 Gevelsberger Kinder – zieht es in die Nachbarstädte. Der wichtigste Grund für den Unterschied: Über die Hälfte davon, 516 Kinder, besuchen die beiden Gesamtschulen in Sprockhövel oder Hagen.

878 Kinder besuchen in Gevelsberg eine der städtischen Grundschulen.
Grundschule Vogelsang: 103 Schüler (vor fünf Jahren waren es 129)
Schnellmark: 100 (123)
Strückerberg: 250 (265)
Pestalozzi: 238 (320)
Silschede: 187 (201)
Zur christlichen Georg-Müller-Schule in Berge haben im Augenblick 68 Kinder mit Wohnsitz in Gevelsberg Unterricht.

Statistische Einbußen hat es auch an den weiterführenden Schulen gegeben.
Hauptschule: 228 Mädchen und Jungen werden zurzeit dort unterrichtet. Vor fünf Jahren waren es noch 330. Also eine Abnahme der Schülerzahl von 102 Kindern.
Realschule: 448 (488)
Gymnasium: 914 (1113). Dabei muss, wie gesagt, das verkürzte Abitur berücksichtigt werden.

Anstieg bei der Förderschule

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei der Gevelsberger Förderschule. Vor fünf Jahren wurden dort 151 Mädchen und Jungen unterrichtet. Die Zahl ist auf aktuell 165 Kinder und Jugendliche angestiegen. Es ist die höchste Anzahl von Schülerinnen und Schülern an der Pestalozzischule in den vergangenen 20 Jahren. Profitiert hat Gevelsberg von der bereits vollzogenen oder noch geplanten Schließung der Förderschulen in den Nachbarstädten. So kommen 27 Kinder aus Schwelm, 20 aus Ennepetal und 13 aus Sprockhövel sowie zwei aus Hagen.

Zumindest in Gevelsberg ist der im Schulentwicklungsplan des Ennepe-Ruhr-Kreises vorausgesagte drastische Rückgang der Schülerzahlen in den vergangenen drei Jahren nicht so stark eingetreten. Berechnungen der Schülerzahlen, darauf wies der Fachbereichsleiter Michael Pfleging hin, werden auch mit dem Blick auf die Flüchtlingswelle schwieriger: „Wir können nicht wissen, ob da Familien mit Kindern oder einzelne Personen auf uns zukommen.“