Die gemeinsame Basis im Glauben

Angeregte Gespräche: In kleinen Gruppen beschäftigten sich die Besucher mit der Frage „Wer ist Jesus?“ und dem Glauben an sich.
Angeregte Gespräche: In kleinen Gruppen beschäftigten sich die Besucher mit der Frage „Wer ist Jesus?“ und dem Glauben an sich.
Foto: WP

Ennepetal..  Fünf Jahre besteht nun die in Ennepetal gegründete und ins ganze bundesrepublikanische Land ausstrahlende Initiative „Ökumene 2017“, die im Untertitel ihr Ziel ausweist: „Für versöhnte Verschiedenheit der Kirche“. Das Fünfjährige wurde in der Martin-Luther-Kirche in Altenvoerde begangen mit einem theologischen Diskurs und mit dem Bekenntnis zum Glauben.

Zuvor hatten sich die Besucher in kleinen Gruppen mit der Frage beschäftigt „Wer ist Jesus?“. Jeder könne seine Empfindungen einbringen, sagte zu Beginn Bruno Hessel, der Mitbegründer und Vorsitzende der Initiative. Später wurde deutlich, dass in einigen Gesprächsgruppen das Thema erweitert worden war, um den Glauben an sich.

Gläubiger Jude oder Gottes Sohn?

Der der Initiative angehörende katholische Pfarrer Klaus Krämer sieht Jesus als einen gläubigen Juden mit einer ungebrochen-vertrauensvollen Gotteserfahrung, für den Gottes Liebe Priorität habe. Jesus habe diese selbst vorgelebt und verkündet. Damit habe er die gesellschaftlich, religiöse und politische Ordnung auf den Kopf gestellt. Als „Gottes Sohn“ will ihn Klaus Krämer nicht bezeichnen.

Widerspruch gab es in dieser Frage von Pfarrer Schulte von der Evangelischen Kirchengemeinde Voerde. Man müsse mehr den biblischen Jesus betrachten, den Christus, den Messias. Der Kern sei doch die Ostererfahrung, die Auferstehung Jesu Christi nach dem Neuen Testament. Andreas Schulte zitierte den Bibeltext: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ Jesus als Gottessohn? Andreas Schulte, Gemeindepfarrer in Altenvoerde, zweifelt nicht daran.

Zum Abschluss mit Sekt angestoßen

Für die Versammelten gab es in der Diskussion eine gemeinsame Basis: Glaube an Gott mit Jesus. Ute Höfig formulierte diese Aussage. Vorsitzender Bruno Hessel sagte darüber hinaus in seiner Zusammenfassung: „Wir halten solche Diskussionen aus, ja sie bereichern uns!“

Und zum Schluss des Gesprächsabends wurde in aller Freundschaft mit Sekt angestoßen, um weiterhin mit „Verstand, Geduld und Leidenschaft an der Erneuerung unserer Kirchen“ mitzuarbeiten, damit ist die katholische, aber auch die evangelische Kirche gemeint, wie es in der Schrift der Initiative steht.