Die Geheimnisse der marokkanischen Küche

Sofia Alami stellte im Frauencafe Gevelsberg die Pilosophie der arabischen Küche vor.
Sofia Alami stellte im Frauencafe Gevelsberg die Pilosophie der arabischen Küche vor.
Foto: WP

Gevelsberg..  In Arabien sagt man: es gibt drei weiße Gifte. Zucker, Salz und Weizenmehl. Sie schwächen das Immunsystem, sind Nahrung für Krankheiten und verursachen Allergien und andere Beschwerden. Am Mittwochabend hat die marokkanische Ernährungsberaterin Sofia Alami im Frauencafé in der alten Kornbrennerei Alternativen für diese weißen Gifte aufgezeigt und ein paar arabische Rezepte erklärt.

Stevia als Alternative

„Ich merke immer wieder, dass vielen Leuten nicht bewusst ist, dass Zucker wirklich ein Gift ist, das man unbedingt meiden sollte“, sagt Alami. Der Konsum von industriell raffiniertem weißen Zuckers schwächt das Immunsystem in einem schleichenden Prozess. Als Alternative dazu hat sie Stevia mitgebracht. Das ist ein Ersatzstoff, der im Vergleich zu herkömmlichem Zucker allerdings sehr teuer ist. Der Vorteil: man muss von Stevia viel weniger benutzen. Doch auch kalt geschleuderter Honig erfüllt einen ähnlichen Zweck als Zuckerersatz.

Alami hat auch ein Dinkel-Vollkornbrot mit Kräutern zum Frauencafé mitgebracht: „Ich backe jeden Morgen einen frischen Laib Brot - der wird bei mir zuhause immer von allen gegessen.“ Die Ernährungsberaterin rät, kein Weizenmehl zu verwenden, sondern Dinkel-Vollkornmehl. Denn Weizenmehl kann das Herz schädigen und zu Diabetes führen.

Alami selbst ist vor 15 Jahren aus Marokko nach Deutschland gekommen und hat neben Asthma noch einige Allergien gehabt. „Irgendwann habe ich die Notbremse gezogen und meine ganze Ernährung so umgestellt, wie meine Familie in Marokko sich schon seit vielen Generationen ernährt“; sagt Alami, die sich nach dem Grundsatz: gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, ernährt.Das Lebensmittel was jeder ihrer Meinung nach im Haus haben sollte, ist kalt gepresstes Olivenöl.

Olivenöl aus Marokko

Die Marokkanerin bestellt im Jahr 50 Liter Olivenöl aus Marokko: „In fast allen Olivenölen sind Weichmacher, die ungesund sind und die sind auf den Etiketten nicht aufgelistet. Deswegen vertraue ich nur dem Olivenölhersteller, den ich auch kenne.“

Ihr Vater isst jeden Morgen zum Frühstück Brot, das er in Olivenöl tunkt. Neben dem Brot und dem Öl hat Alami auch Datteln mitgebracht, die gut für die Knochen sind. Gegen Entzündungen, hat die Ernährungsberaterin das Rezept für Ingwerwasser bereit. Eine kleine Ecke Ingwer soll dabei in ein Sieb in eine Thermoskanne mit kaltem Wasser geraspelt werden und das Ganze muss über Nacht ziehen. Das Ingwerwasser schützt den Darm und hilft krebserregende Stoffe aus dem Körper zu ziehen. „Wichtig ist, dass man das Ingwerwasser nicht nur einmal trinken kann und es hilft, sondern man sollte jeden Tag etwas davon trinken“, rät Alami.

Gegen Hormonstörungen, Grippe und für den Magen und Darm hilft gekeimter Boxhornklee. Man kann den Boxhornklee in Brot, Käse oder Quark geben.

Rosmarin gegen Falten

Auf dem großen Tisch in der alten Kornbrennerei stehen noch grüner Tee, der für starke Knochen und gegen Krebs helfen soll, Kressekörner die als Medikament in Milch oder Leinsamen für die Konzentration sein sollen. Für das bekannte Kraut Rosmarin kennt Alami auch ein altes marokkanisches Märchen: eine Königin wollte nicht mehr raus gehen und Besuch empfangen, weil sie so viele Falten bekommen hat. Doch nachdem ihr jemand Rosmarin empfohlen hat, das für die Knochen und die Haut gut sein soll, sind ihre Falten verschwunden und sie konnte wieder laben wie zuvor.

Rund 25 Frauen sind am Mittwochabend zum ersten Frauencafétreffen in diesem Jahr in die alte Kornbrennerei gekommen. „Ich sehe viele bekannte Gesichter, aber auch ein paar Neue“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Christel Hofschröer, die das Frauencafé jetzt im vierten Jahr leitet.