Die Alltagsmenschen sind wieder da

Die Alltagsmenschen von Christel Lechner sind nach Gevelsberg zurückgekehrt. Die Gruppe der Badenden wurde von Bürgermeister Claus Jacobi höchstpersönlich am Ennepe-Ufer festgeschraubt. Der städtische Eventmanager Klaus Fiukowski und der Heimatvereins-Vorsitzende Günter Decker halfen dabei.
Die Alltagsmenschen von Christel Lechner sind nach Gevelsberg zurückgekehrt. Die Gruppe der Badenden wurde von Bürgermeister Claus Jacobi höchstpersönlich am Ennepe-Ufer festgeschraubt. Der städtische Eventmanager Klaus Fiukowski und der Heimatvereins-Vorsitzende Günter Decker halfen dabei.
Foto: WP

Gevelsberg..  Sie gehören zu den wenigen Gevelsbergern, die ihn nachweislich nicht gewählt haben, aber trotzdem hat Bürgermeister Claus Jacobi sie lieb: Die Altersmenschen der Wittener Bildhauerin Christel Lechner sind aus ihren Winterquartieren zurück und bevölkern seit gestern wieder die Stadt. Ab sofort wird deshalb in Gevelsberg wieder ein wenig mehr geschmunzelt.

Jacobi griff - unterstützt vom Gevelsberger Heimatvereins-Vorsitzenden Günter Decker und dem Event-Manager und Stadtmarketing-Experten Klaus Fiukowski – gestern selbst zum Akkuschrauber, um die Badende am Ufer der Ennepe festen Halt zu geben.Trotzdem: So ganz glücklich werden die „Betonbürger“, wie der Bürgermeister sie nennt, nicht gewesen sein. In diesem Jahr gab es für sie bisher nämlich noch keinen Nachwuchs. Die Stadt und der Gevelsberger Heimatverein, der sozusagen die Patenschaft über die Alltagsmenschen übernommen hat, haben keinen Spender gefunden, der die Geburt einer neuen Lechner-Figur in der Stadt möglich macht.

Insgesamt 20 Skulpturen

„Bisher geben wir aber immerhin schon 20 Lechner-Figuren in Gevelsberg ein Zuhause“, zählt Jacobi zusammen. Einige Spender gab es also schon. Im vergangenen Jahr gab es zum Beispiel noch Zuwachs durch das Energieversorgungsunternehmen AVU. Das Stadtwerk des südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis schmückte sein neues Umspannwerk am Ennepe-Bogen mit Ben und Willi, zwei neuen Mitarbeitern aus Beton.

„Inzwischen verschwinden auch nicht mehr alle Alltagsmenschen in den kalten Wintermonaten in Lagerhallen“, unterstreicht Klaus Fiukowski. So überwintert die Lesende aus dem Stadtgarten in der Städtischen Bücherei und hat damit eine riesige Auswahl an Lesestoff. Der Mann mit dem Koffer rettet sich durch den Schritt über die Schwelle des Rathauses vor Schnee, Eis und Frost. Die Betonfiguren des Bauvereins, auf dem Dach der Markthalle, am Hintereingang der Sparkasse und am Lusebrink sind sowieso nicht so wetterfühlig wie ihre Verwandten und bleiben ganz draußen. „Es kommt gut an, dass einige Figuren auch in den Wintermonaten zu sehen sind“, sagt Günter Decker.

Zu hoffen ist nur, dass die Betonfiguren in dieser Saison nicht so viel unter ihren Ebenbildern aus Fleisch und Blut zu leiden haben. Immer wieder musste die Polizei über Übergriffe und mutwillige Zerstörung berichten, seit im Jahr 2011 die Figuren zum ersten Mal in Gevelsberg ihre Positionen bezogen hatten.

Ende steht noch nicht fest

Bis zum Herbst sollen die Lechner-Figuren nun die Gevelsberger und ihre Gäste erfreuen. „Ein genaues Ende der Ausstellung haben wir nicht festgelegt. Das hängt von den Wetterverhältnissen und dem Wasserstand der Ennepe ab, wo eine Gruppe aufgestellt ist“, erklärt Fiukowski. Und vielleicht haben die Alltagsmenschen bis dahin doch noch Zuwachs. Bürgermeister Jacobi würde sich freuen, auch wenn das wieder bestimmt kein neuer Wähler für ihn sein wird...