DHL bestätigt Beobachtungen der Anwohner

„Wir haben hier keine Nacht mehr“: Die Anwohner beklagen sich über die helle Ausleuchtung des DHL-Logistikzentrums. ausgeleuchtet wird.
„Wir haben hier keine Nacht mehr“: Die Anwohner beklagen sich über die helle Ausleuchtung des DHL-Logistikzentrums. ausgeleuchtet wird.
Foto: WP

Schwelm..  Was die Beleuchtung am DHL-Logistikzentrum betrifft, ist die Unternehmensleitung um eine Erkenntnis reicher: Die Anwohner der Robert-Frese-Straße, die sich über das helle Licht auf dem Betriebsgelände beschweren, haben in einem Punkt definitiv Recht. Die großen Strahler, die die Fläche des Logistikzentrum ausleuchten, sind tatsächlich ab 3 Uhr morgens eingeschaltet und bleiben es bis zur Morgendämmerung. Das erklärte am Freitag DHL-Sprecher Alexander Böhm.

Eigentlich für undenkbar gehalten

Damit bestätigte der DHL-Sprecher, was er vorab als eigentlich undenkbar eingeschätzt hatte. Dass das Gelände tatsächlich und so wie von den Anwohner behauptet, nachts ab 3 Uhr hell erleuchtet ist, obwohl dies eigentlich nicht nötig wäre, weil lediglich um 3.40 Uhr und dann noch einmal kurz vor 6 Uhr ein Lkw das Gelände befahre. Die Unternehmensleitung ging aber auf Nummer sicher und ließ die Angelegenheit sicherheitshalber überprüfen. Der Betriebsleiter, der sich am frühen Donnerstag Morgen persönlich ein Bild gemacht habe, so Böhm, habe dann der Zentrale in Frankfurt bestätigt: Ja, die Strahler schalten sich ab 3 Uhr ein und erst in der Morgendämmerung wieder aus.

DHL selbst wäre es nach eigener Darstellung lieber, wenn die Komplett-Beleuchtung nur bei Bedarf eingeschaltet bliebe. Wie Sprecher Alexander Böhm erklärte, sei die Sache aber komplizierter.

Die Ausleuchtung werde elektronisch gesteuert. Es sei nicht möglich, die Strahler per Knopfdruck an- und abzustellen, wie man es von daheim kenne. Die Lichtsteuerung reagiere außerdem auf Bewegungsmelder.

DHL sei gewillt, eine Lösung zu finden, so Böhm. Das gehe allerdings nur im Einklang mit dem Investor als Eigentümer der Immobilie und in Absprache mit der Gewerbeaufsicht, da es um Fragen der Sicherheit auf dem Betriebsgelände geht. „Die müssen alle ihr Häkchen hinter der Sache machen“, so Böhm. Man sei in Gesprächen.

Die „Festtags“-Beleuchtung ab 3 Uhr morgens ist nur ein Punkt, über den sich die Anwohner beschweren. Auch die Höhe bzw. Winkel der Strahler, die am Gebäude selbst angebracht sind, werden von ihnen kritisiert. Man schaue direkt ins Licht, wenn man aus den Fenstern der Häuser in Hanglage schaut. Es gebe für sie keine Nacht mehr, beklagen die Anwohner. Der Ennepe-Ruhr-Kreis und das Landesumweltamt nehmen ihre Sorgen so ernst, dass noch im ersten Quartal 2015 eine Licht-Messung am DHL-Logistikzentrum durchgeführt wird.