DHL-Anwohner fühlen sich hingehalten

Die Anwohner blicken aus ihren Fenstern direkt auf das Logistikzentrum, dass durch die Strahler mit Beginn der Dämmerung ausgeleuchtet wird.
Die Anwohner blicken aus ihren Fenstern direkt auf das Logistikzentrum, dass durch die Strahler mit Beginn der Dämmerung ausgeleuchtet wird.
Foto: WP

Schwelm..  Der Ärger über das benachbarte DHL-Logistikzentrum und das Misstrauen der Anwohner gegenüber dem Betreiber wächst weiter. Jüngster Anlass: Die eigentlich für gestern geplante Messung der Licht-Emission musste vertagt werden, weil gerade der Lärmschutzwall auf der Seite zu den Anwohner hin erneuert wird. Das hätte längst geschehen können, meinen die Anwohner und fühlen sich hingehalten. Doch das ist nicht alles, worüber sie sich ärgern.

Wall war vor Monaten eingestürzt

Die Erneuerung des Lärm- und Sichtschutzwalls ist nötig, weil er über mehrere Meter abgesackt und eingestürzt war, nachdem er zuvor aufgestockt wurde. Das ist Monate her, und die Anwohner monieren, dass die Arbeiten für den Wiederaufbau zwar vor Wochen begonnen hätten, nun aber seit Tagen ruhten. Sie vermuten, dass es sich möglicherweise um eine Hinhaltetaktik seitens des Betreibers handelt. Der Ennepe-Ruhr-Kreis als Untere Emissionsbehörde jedenfalls musste reagieren und die Licht-Messung Anfang dieser Woche absagen, da sich durch den fehlenden Lärmschutzwall eine komplette neue Situation ergab.

Die Anwohner hatten sich beim Kreis über die ihrer Meinung nach zu helle Beleuchtung auf dem DHL-Betriebsgelände beschwert. Man habe an der Robert-Frese-Straße keine Nacht mehr und schaue beim Blick aus dem Fenster direkt ins Licht. Der Kreis hatte daraufhin das Landesumweltamt mit der Messung der Licht-Emission beauftragt. Die Behörde steht nun Gewehr bei Fuß.

Wann es zu der Messung nun kommt, ist unklar. Laut Kreisverwaltung werde es nachgeholt, sobald die neue Lärmschutzwand steht. Von DHL gebe es die Aussage, dass dies am 25. Februar der Fall sein soll.

DHL selbst erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Fertigstellung vom Wetter abhänge. Dass die Arbeiten derzeit ruhten, liege daran, dass für die neue Lärmschutzwand das Fundament neu angelegt wurde, und das müsse nun aushärten. Man spiele nicht auf Zeit, versicherte DHL-Sprecher Alexander Böhm. Er könne verstehen, dass die Anwohner eine schnelle Klärung wollen und über die Verzögerung nicht erfreut seien.

Verärgert sind die Beschwerdeführer auch über den Zustand des Regenrückhaltebeckens auf dem DHL-Gelände direkt vor ihrer Haustür. Sie bemängeln unter anderem fehlende Sicherheitsvorkehrungen, den schlechten baulichen Zustand und dass das Wasser im Becken steht. Ihre Sorge: Das Regenrückhaltebecken könne für spielende Kinder und Tiere zur Falle werden und es könnten im Sommer gesundheitsgefährdende Keime entstehen. Die Anwohner haben sich in der Sache schriftlich an die Untere Landschaftsbehörde gewandt, mit der Bitte um eine Einschätzung der Behörde.