Dezentral bedeutet bürgernah

Zentrales Jobcenter für EN-Südkreis..  Beim Lesen des Artikels fällt besonders auf, dass bei der Entscheidung über die Zusammenlegung der Personenkreis der Nutzer (Arbeitslose, Bedarfsgemeinschaften) offensichtlich so gut wie keine Rolle gespielt hat. Es werden verbesserte Arbeitsbedingungen, bedarfsgerechte Bürozuschnitte, Möglichkeit organisatorischer Optimierungen wie „erweiterte Spezialisierungsmöglichkeiten, verbesserte Vertretungsregelungen und eines effizienten Personaleinsatzes“ genannt.


Nach Auffassung des Fachbereiches (bei der Kreisverwaltung) werden die bisherigen Gebäude, in denen die Jobcenter im EN-Südkreis untergebracht sind, den erforderlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht. In diesem Zusammenhang wird noch auf die Barrierefreiheit und auf die Sicherheit des Personals hingewiesen. In puncto auf die Nutzer heißt es in der Vorlage der Verwaltung lapidar: „Davon würden auch die Leistungsberechtigten profitieren“. Ich frage mich, wie die Leistungsberechtigten davon profitieren. Für die Anreise nach Schwelm für den Personenkreis der „ärmsten Menschen“ unserer Gesellschaft entstehen höhere Kosten und ein höherer Zeitaufwand. Offensichtlich ist es zuviel verlangt, dass die Verwaltung in der Vorlage für die Politik detailliert aufführt, in welchen Fällen die Leistungsberechtigten von der Zusammenlegung profitieren.


Andere Jobcenter sehen offensichtlich die Bürgernähe, wovon Leistungsberechtigte profitieren.


Der Hochsauerlandkreis schreibt z.B.: „Dezentrale Organisation schafft Mehrwert für Kunden. Aus Sicht des Hochsauerlandkreises als kommunaler Träger ist die Übernahme der anspruchsvollen Aufgaben nach dem SGB II und die dezentrale Aufgabenerfüllung ein überzeugendes und geeignetes Umsetzungskonzept für die Gewährung der Leistungen nach dem SGB II aus einer Hand. Dabei werden Bürgernähe, Dienstleistungsorientierung, fachliche Kompetenz und das lokal verankerte Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als größtes Stärkenpotenzial wahrgenommen.“


Das Jobcenter Viersen führt u.a. aus: „Das Jobcenter verfolgt das Ziel, bürgernah und wirkungsvoll erwerbsfähige Hilfebedürftige bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu unterstützen, die Qualifizierung zu verbessern, den Lebensunterhalt zu sichern sowie die Eigenverantwortung zu stärken. Diese Dienstleistungen werden dezentral in 5 Beschäftigungs- und Leistungszentren (BLZ) in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden angeboten. Das erspart den Hilfsbedürftigen weite Wege und ermöglicht eine ortsnahe Betreuung.“ (...)


Noch ein Wort zur Suche nach neuen Räumlichkeiten. Soweit mir bekannt ist, sind sowohl bei der Agentur für Arbeit in Gevelsberg, als auch bei der Agentur für Arbeit in Schwelm genügend Raumkapazitäten frei, die den Anforderungen besserer Arbeitbedingungen für die Beschäftigten Rechnung tragen.


Horst-Albert Jung
, Gevelsberg