Der Wettkampf der guten Ideen

Zum ersten Mal wurde von der AVU in Gevelsberg die Krone für ehrenamtlichen Einsatz verliehen, den Anfang machte die Kategorie Sport,
Zum ersten Mal wurde von der AVU in Gevelsberg die Krone für ehrenamtlichen Einsatz verliehen, den Anfang machte die Kategorie Sport,
Foto: WP

Gevelsberg..  Vielleicht sind einige Vertreter der Sportvereine im Ennepe-Ruhr-Kreis nur gekommen, um bei der AVU einen Scheck für ihre Arbeit abzuholen. Aber, sie haben an diesem Abend in der Kantine des Gevelsberger Energieversorgers auch eine Menge Anregungen mitgenommen. Bei der ersten Verleihung des Förderpreises EN-Krone berichteten Vertreter von 17 Vereinen mit welchen Projekten sie die Jury davon überzeugen konnten, sie finanziell zu unterstützen. Insgesamt stellt die AVU 45 000 Euro und bis zu 2000 Euro pro Projekt zur Verfügung.

In der ersten Runde konnten sich Sportvereine bewerben. Insgesamt 28 Kandidaten, so AVU-Marketingsleiter Klaus Bruder in seiner Begrüßung, hätten die Chance genutzt. 17 Vereine davon erhalten nun tatsächliche eine Unterstützung. Und an drei Teilnehmern vergab AVU-Vorstand Uwe Träris noch einen Extra-Scheck als besondere Auszeichnung.

Erster Platz für Hüttenlauf

Der erste Platz und damit die EN-Krone ging an den Förderverein des Industriemuseums in Hattingen. Er hat den Hattinger Hüttenlauf zu einem Volkssportereignis gemacht, das weit über die Grenzen des Ennepe-Ruhr-Kreises hinaus noch einen guten Ruf hat.

Platz zwei ging an den TV Altenvoerde. Der Verein hatte erstaunt festgestellt, dass Flüchtlinge aus Pakistan und Indien auf ihrem Sportplatz Cricket spielten. Statt eines Platzverweises gab es ein Angebot: Der TV Altenvoerde bot den Menschen an, eine Cricket-Abteilung zu eröffnen, den Platz für die Sportart umzubauen und eine Mannschaft für die Wettbewerbe anzumelden. Der Name steht bereits: „Green Tigers“.
Auch Platz drei wurde von einen Verein aus Ennepetal belegt. Der Racoons Baseball- und Softballclub möchte eine alte Tradition neu beleben. Der Verein will nach langer Pause wieder ein internationales Nachwuchs-Turnier veranstalten. Auch mit dem Treffen der Jugend Europas in der Klutertstadt konnten die Racoons die Jury überzeugen, deren Urteil mit einer Abstimmung über das soziale Netzwerk Facebook ergänzt wurde.

„Früher haben die Vereine ihre Aufgabe darin gesehen, ihren Mitgliedern eine bestimmte Sportart so gut wie möglich beizubringen. Das ist längst nicht mehr allein der Zweck“, sagte einer der Vertreter bei der AVU-Preisverleihung. Wie breit die Aufgaben sind, die freiwillig als gesellschaftliche Aufgabe von den ehrenamtlichen Kräften übernommen werden, zeigt zum Beispiel die „Jugendoffensive 2020“ des FC Wetter 10/30.

Aufopfernde Arbeit

Der Verein schickt nicht nur seine Trainer in Kindergärten und Schulen, um die Mädchen und Jungen fit zu halten oder zu bekommen. Er hilft auch mit Föderungen aus, wenn es mit dem Lernen nicht so klappt. Selbst der Übergang von der Schule in den Beruf und die Bekämpfung der damit oft verbundenen Orientierungslosigkeit der Jugendlichen, schreibt sich der Verein auf seine Fahnen.

Solche aufopfernde Arbeit beeindruckte den Schirmherrn Olaf Thon, Schalker Idol und Fußball-Weltmeister: „Ich bin nur froh, dass ich nicht in der Jury gesessen habe.“