„Der Girls’ Day hat super viel Spaß gemacht“

Gevelsberg..  Für viele Mädchen in Deutschland stand gestern „Girls’ Day“ auf dem Stundenplan. Einen Tag lang hatten sie keine Schule, stattdessen durften sie in die unterschiedlichsten Berufe hineinschnuppern, die sonst eher eine „Männerdomäne“ sind. Dies galt auch für einige Mädchen aus der Region. Ihre „Arbeitsplätze“ waren die AVU Gevelsberg und die Feuerwache in Gevelsberg.

Zukunftstag für Schülerinnen

Bei der AVU konnten dieses Jahr 25 Schülerinnen der 7. Klassen in technische Berufe hineinriechen. Die Mädchen kamen vom Gymnasium Schwelm, Gymnasium Gevelsberg, der Hildegardschule Hagen, der Hauptschule Friedenshöhe Ennepetal, der Wilhelm-Kraft Gesamtschule Haßlinghausen sowie dem Albert-Martmöller-Gymnasium Witten und vom Gymnasium Waldstraße Hattingen. Die 12- und 13-Jährigen wurden für den „Zukunftstag“ in drei Gruppen eingeteilt und durften dann unter Anleitung von Azubis beziehungsweise Mitarbeitern eine Rose aus Metall, einen Leucht-Smiley sowie einen Schlüsselanhänger in Form eines Schlosses fertigen.

Dabei wurde mit viel Mühe gefeilt, gebohrt und mit ein bisschen Hilfe sogar geschmiedet. Besonders das Schmieden hatte es einigen angetan. Loredana (13) aus Haßlinghausen vom Gymnasium Gevelsberg meinte, „das Schmieden hat am meisten Spaß gemacht von allem“. Dem stimmte ihre Mitschülerin Kiana (12) aus Gevelsberg begeistert zu, „es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, aber auch das Sägen war super“. Doch trotz aller Begeisterung konnte sich kaum eine Teilnehmerin vorstellen, später auch beruflich in den Männerberufen zu arbeiten. „Eine schöne Erfahrung war es trotzdem“, so Kiana.

Dass die Mädchen „mal einen Einblick in den technischen Bereich bekommen, ist eine gute Sache“, sagte Nick Alexios, Mitarbeiter von der AVU. Er kenne das aus eigener Erfahrung, dass „viele Frauen im Büro sind und viele Männer hier im technischen Bereich“. Britta Worms, AVU-Marketingfrau, findet „es eine tolle Hilfestellung für die Berufswahl und ganz klasse“. Das Anliegen ist einfach „sehr wichtig für das Unternehmen“, so Britta Worms, weshalb die AVU auch schon seit fünf Jahren beim Girls’ Day mitmachen würde.

Auch auf der Feuerwache in Gevelsberg gab es Mädchenbesuch – acht junge Damen vom Gymnasium und der Realschule in Gevelsberg. „Ein Tag im Leben einer Feuerwehrfrau stand auf dem Plan“, sagt Feuerwehrmann Stephan Beyer. Dabei erfuhren die Mädchen viel über das Berufsbild des Feuerwehrbeamten, darunter die Arbeitszeiten, den Alltag auf der Wache, was die Feuerwehr genau macht und wie sie letztendlich Feuerwehrfrau werden können. Auf der Wache „freuen wir uns sehr über den Frauenanteil“, so Stephan Beyer. Deshalb engagieren sie sich ebenfalls schon seit fünf Jahren für den Girls’ Day.

Informationen aus erster Hand lieferte Feuerwehrfrau Janine Bulter. Dabei wurden Fragen geklärt, wie es zum Beispiel einer Frau auf der Wache, im Einsatz und im Umgang mit den anderen Feuerwehrmännern ergeht.

Feuerwehrfrau ist Lucies Traumberuf

Auf die Theorie folgte ein bisschen Action. Es durfte Reanimation an einer Puppe geübt werden, anschließend wurde mit Spraydosen geknallt und eine Fettexplosion, die entsteht, wenn man Wasser auf einen Fettbrand schüttet, vorgeführt.

Und die Mädchen durften sogar ein echtes Feuer mit dem Feuerlöscher löschen. Die Mädchen waren am Ende vollkommen begeistert. „Die Wiederbelebung mit Herzmassage war am besten“, so Alina (13) vom Gymnasium Gevelsberg. „Dass ich vieles selbst ausprobieren durfte, hat viel Spaß gemacht“, so Caecilia (13) ebenfalls vom Gymnasium Gevelsberg . Beide könnten sich vorstellen, später Feuerwehrfrau zu werden und „gegen das Feuer zu kämpfen“, so Caecilia. Es war „auf jeden Fall ein tolle Erfahrung“, sagte Alina. Und ein Mädchen hat definitiv ihren Traumberuf gefunden, denn Lucie (13) von der Realschule in Gevelsberg ist schon in der Jugendfeuerwehr Sprockhövel und „wollte direkt mitmachen“, als sie vom Girls’ Day der Gevelsberger Feuerwehr hörte. „Es hat super viel Spaß gemacht, vor allem der Löschangriff FwDV 3“, so Lucie.