Den Schicksalen von Frauen ein Gesicht geben

Ein schwieriges Thema mit etwas Schönem verbinden. Darum ging es beim „One Billion Rising“. Eingeladen, ein Zeichen gegen Frauen-Gewalt zu setzen, hatten die Gleichstellungsbeauftragten EN-Süd und VHS EN-Süd, die Frauenberatung EN und das Gesine Netzwerk Gesundheit.
Ein schwieriges Thema mit etwas Schönem verbinden. Darum ging es beim „One Billion Rising“. Eingeladen, ein Zeichen gegen Frauen-Gewalt zu setzen, hatten die Gleichstellungsbeauftragten EN-Süd und VHS EN-Süd, die Frauenberatung EN und das Gesine Netzwerk Gesundheit.
Foto: WP

Schwelm..  Auf dem Bürgerplatz hämmerten am Samstagmittag um Punkt 12 Uhr bei strahlendem Sonnenschein die Trommeln. Die Pentaton-Percussion aus Wuppertal heizte mit Rhythmen ein, so dass viele Passanten verweilten und schon mal vorsichtig mitwippten. Eingeladen, ein Zeichen gegen Frauen-Gewalt zu setzen, hatten die Gleichstellungsbeauftragten EN-Süd und VHS EN-Süd, die Frauenberatung EN und das Gesine Netzwerk Gesundheit. Petra Bedow, Kreis-Gleichstellungsbeauftragte: „Wir wollen den Schicksalen von Frauen ein Gesicht geben, indem wir ein schwieriges Thema mit etwas Schönem verbinden: Wir zeigen Stärke.“

One Billion Rising (engl. für: „Eine Milliarde erhebt sich“) ist die weltweite Kampagne am 14. Februar für ein Ende von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Nach Ennepetal und Witten in den beiden letzten Jahren, war dieses Mal Schwelm Teil der globalen Solidaritäts-Aktion, die in Zukunft alljährlich im EN-Kreis stattfinden soll, wie Petra Bedow erläuterte. Leit-Song der Bewegung ist „Break the Chain“ oder zu Deutsch „Spreng die Ketten“, zu dem das Tanzstudio Andrea Berster-Lingk aus Sprockhövel auch die Passanten zum Mittanzen der einstudierten Choreografie einlud.

Liebe bedeutet Respekt

Und weil gerade der Bauchtanz als typisch weiblicher Gefühlsausdruck Kraft und Stärke zeigt, boten die Damen und der junge Nachwuchs des Tanzstudios auch herrliche Shimmys, also gekonntes Hüftzittern bei bester Körperbeherrschung. Mit Blumen, Süßigkeiten und Armbändern in signalorange mit dem Aufdruck „love is respect“ (dt.: Liebe bedeutet Respekt) lockten die Veranstalter zum Verweilen und zum Austausch.

Sonja Hülsemann und Edith Höller, gerade zu Besuch in der alten Heimat, waren begeistert: „Wir wohnen jetzt seit 15 Jahren im Allgäu, aber so was gibt es in unserem 8000-Seelen-Dorf nicht.“ Auch die Schwelmerin Angelika Stiens ist stehen geblieben: „Es ist gut, auf dieses Thema aufmerksam zu machen, denn die Dunkelziffer von Frauen, die Gewalt erfahren, ist sicher hoch. Vielleicht macht das hier Mut, denn die Solidarität unter Frauen ist doch enorm wichtig.“