Den künftigen Arbeitsplatz hat er fest im Blick

Gerd Fischer wird der 30. Voerder Ehrennachwächter.
Gerd Fischer wird der 30. Voerder Ehrennachwächter.
Foto: WP

Ennepetal..  Gerd Fischer wird der 30. Voerder Ehrennachtwächter. Die Voerder Vereine wählten den 82-Jährigen am Mittwochabend in der „Rosine“. Nach seiner Kürung am kommenden Freitag auf Gut Braband wird der neue Würdenträger vor allem natürlich zur Kirmeszeit ein wachsames Auge auf das Dorf und seine Menschen haben.

„Das finde ich ganz gut“, meint Gerd Fischer für einen echten Voerder geradezu euphorisch. „Das wird ja schließlich nicht jeder.“ Mit dem neuen Ehrennachtwächter haben der Heimatverein und die angeschlossenen Vereine ein echtes Urgestein gewählt. Gerd Fischer wurde mitten in Voerde, an der Lindenstraße, geboren und wuchs dort auch auf. Seit fast 50 Jahren ist er am Bussardweg zu Hause, von wo aus er auch seinen künftigen Arbeitsplatz gut im Blick hat.

Gerd Fischer war schon seit den 1970er Jahren Mitglied im Förderkreis Voerder Kirmes, der sich erfolgreich um eine Wiederbelebung des traditionsreichen Volksfestes bemühte. Bei der später erfolgten Gründung des heutigen Heimatvereins Voerde war er dabei und arbeitete zunächst als Kassierer und später viele Jahre lang als Beisitzer im Vorstand mit. Auch im Heimatbund Ennepetal war er bis vor zwei Jahren im Vorstand aktiv. Er war aktives Mitglied in der Ennepetaler Werbegemeinschaft, später in der Voerder Werbegemeinschaft.

Der neue Voerder Ehrennachtwächter verfügt über ein profundes Geschichtswissen im Allgemeinen und Voerde im Besonderen. Aus diesem Grund gehörte er auch zu den fleißigen Redaktionsmitgliedern des Voerder Heimatblättchens. „Da bin ich vor zwei Jahren aber aus Altersgründen ausgeschieden“, erklärt er. Zu Hause pflegt Gerd Fischer auch ein umfangreiches Zeitungsarchiv.

Beruflich war er bei Dorma als Sachbearbeiter beschäftigt. Vielen Voerdern wird aber auch das Kurzwarengeschäft an der Lindenstraße noch ein Begriff sein. Gegründet hatte es Gerd Fischers Großmutter als Strickerei. Danach übernahm es seine Tante, bevor Gerd Fischer die Nachfolge antrat. Das Ladengeschäft zog später um in das Gebäude gegenüber der Sparkasse und wurde von Gerd Fischers leider verstorbener Ehefrau Renate zu einem Textil- und Bekleidungsgeschäft ausgebaut.

Als Ehrennachtwächter kann Gerd Fischer auch auf geistlichen Beistand zählen, denn seine Tochter Klaudia ist Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Voerde und wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft des Vaters. Gerd Fischers Sohn Thomas lebt mit seiner Familie in Mainz. Insgesamt hat der stolze Großvater fünf Enkelkinder.

„Der Terminkalender wird jetzt etwas dicker“, meint Gerd Fischer schmunzelnd. Als Ehrennachtwächter wird er viele repräsentative Aufgaben übernehmen – natürlich bei den Aktivitäten rund um die Voerder Kirmes und sonstigen Veranstaltungen im Dorf, aber auch mit Besuchen bei den Kirmesfreunden in Haspe, Gevelsberg und Schwelm.