Demo in der Frühstückspause

Foto: Volker Speckenwirth
Foto: Volker Speckenwirth
Foto: Volker Speckenwirth (WR)
Was wir bereits wissen
Zu einer „Aktiven-Pause“ lud die Gewerkschaft IG Metall gestern in der Frühe alle Beschäftigten vor der Firma Jeco Jellinghaus in Gevelsberg ein.

Gevelsberg.. „Wir nutzen die Pause, um eine unserer Forderungen aus der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie für mehr Mitbestimmung der Betriebsräte bei Leiharbeit Nachdruck zu verleihen“, so Clarissa Bader.

Weiter erklärte die erste Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle Gevelsberg-Hattingen der IG Metall: „Leider ist es so, dass Beschäftigte in der Leiharbeit nach der letzten verfügbaren Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 46,2 Prozent weniger pro Stunde als Normalbeschäftigte verdienen.

46,2 % weniger Lohn

In der Metall- und Elektroindustrie liegt die Differenz zwischen angelernten Leihbeschäftigten und vergleichbaren fest angestellten Beschäftigten in der gleichen Größenordnung zwischen 40 und 48 Prozent.“

„Wir wollen erreichen, dass wir als Betriebsräte darüber mitbestimmen können, wie viele Leihbeschäftigte wie lange und wo im Betrieb eingesetzt werden“, so der Betriebsratsvorsitzende Ralf Jaenecke bei Jeco.

Deshalb fordert die IG Metall mehr Fairness für Leiharbeiter in ihrer Tarifrunde 2012. Mit den Metallarbeitgebern verhandelt sie derzeit über mehr Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit. Mit den Arbeitgebern der Leiharbeitsbranche wird zeitgleich über die Bezahlung der Leiharbeitnehmer/innen geredet.

In der Stahlindustrie hat die IG Metall den Grundsatz „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ bereits in der Tarifrunde 2010 durchgesetzt. Eine wichtige Grundlage des Erfolges waren die zahlreichen betrieblichen „Besser-Regelungen“ für Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen, die zuvor erzielt wurden.