Dealer-Kunden schweigen

Justitia hat sich weiter mit dem Fall des 47-Jährigen zu befassen, dem das Dealen mit harten Drogen vorgeworfen wird.
Justitia hat sich weiter mit dem Fall des 47-Jährigen zu befassen, dem das Dealen mit harten Drogen vorgeworfen wird.
Foto: Kurt Michelis

Schwelm..  Weiter geht’s im spannenden Prozess gegen den Heroin-Großdealer. Am ersten Verhandlungstag hat der 47-jährige gebürtige Gevelsberger, der mittlerweile in Schwelm lebt, zugegeben, dass er zahlreiche Süchtige mit harten Drogen versorgt hat.

Am Mittwoch nun liefen einige seiner mutmaßlichen Kunden am Hagener Landgericht als Zeugen auf und sollten Licht ins Dunkel bringen. Doch die Männer schwiegen allesamt, so dass sie das Gericht nicht wesentlich weiterbrachten.

Nach dem Selbstmord eines Schwelmer Dealers hatte der Angeklagte dessen Drogengeschäfte übernommen. In seinem umfassenden Geständnis erklärte er, dass er seine Kunden seit August des vergangenen Jahres mit harten Drogen wie Heroin und Kokain versorgte.

Was alle Beteiligten damals nicht wussten: Die Polizei hörte mit, während sich Dealer und Kunden am Telefon freimütig über Geschäft, Kosten und Lieferungen unterhielten. Als die Polizei Ende Januar genügend Beweise gegen den Kreisstädter gesammelt hatte, nahm sie den Schwelmer fest.

Seit 1992 oft vor Gericht

Die ausführlichen Mitschnitte der Telefonate hatten auch die Namen mutmaßlicher Käufer enthüllt. Und so waren zum zweiten Verhandlungstag eine ganze Reihe Männer geladen, mit denen der Angeklagte telefonisch Kontakt gehabt hatte. Allesamt erklärten sie, Jugendfreunde des Mannes zu sein. Nach entsprechender Belehrung, dass man sich vor Gericht nicht selbst belasten muss, zogen auffällig viele von ihnen vor, sich nicht zu der Frage zu äußern, ob sie bei dem Angeklagten Drogen erworben hätten.

Erfahrungen mit dem Gericht hat der Schwelmer schon reichlich gesammelt, wie sich herausstellte, als die Richter einen Blick auf sein prall gefülltes Strafregister warfen. Seit 1992 tauchte der Angeklagte wegen Drogengeschichten regelmäßig vor Gericht auf. Er hat bereits mehrere Haftstrafen zwischen acht Monaten und zwei Jahren wegen Einfuhr und Handels mit Drogen abgesessen.

Am kommenden Dienstag, 9. Juni, soll ein Gutachter die Schuldfähigkeit des Schwelmers bewerten, weil dieser selbst stark drogenabhängig sein soll. Vermutlich wird es dann auch bereits Plädoyers und das Urteil geben.