Das Publikum schmachtet mit
13.02.2012 | 18:16 Uhr 2012-02-13T18:16:00+0100
Ennepetal. Das Publikum rockte begeistert mit, als am Samstag die als Unterhaltungsstück mit Musik angekündigte Revue „Blue Jeans“ in einer Produktion der Schauspielbühnen Stuttgart in der sehr gut besuchten Aula des Reichenbach-Gymnasiums für Bühnenspaß sorgte.
Schon das von Dietmar Teßmann geschaffene Bühnenbild war ungewöhnlich. Musiker saßen auf einer Empore über der Spielstätte und ließen die Schlager aus den 50iger Jahren ertönen: Da fuhr das weiße Traumschiff nach Hongkong, da ging in Capri die Sonne unter und, und, und.
Die hübsch gespielte, heiß getanzte und herzerfrischend gesungene Geschichte dreht sich um Lisa, Tochter eines Kaufhaus-Besitzers, und Frank, Sohn eines Stadtbaurats. Sie lieben sich. Es war die Petticoat-Zeit, aber der Rock ‘ Roll stand schon der Tür und damit die enge Blue Jeans. Und damit war auch Tom im Spiel. Früher hätte man ihn als „Halbstarken“ tituliert.
Mit Tempo, viel Witz und einer Prise Satire ging für die Besucher der Blick zurück. Man sprach von „den Russen“ und von der „Ostzone“, und der fast offizielle Slogan lautete „Keine Experimente“. Man wurde erinnert an die Zeit des aufkommenden Wohlstandes, aber auch an die erstarrten Konventionen. Der Schlager half zunächst mit dazu, eine heile Welt darzustellen.
Dann wurde alles anders. Rock´n Roll und auch die Blue Jeans gaben den jungen Leuten schließlich ein ganz neues Lebensgefühl.
Das „Unterhaltungsstück“ machte den Weg deutlich. Das Publikum schmachtete förmlich mit, als „Ein Schiff wird kommen“ von der Bühne erklang.
Die Musik und die mitreißenden Tanzdarbietungen sorgten für einen schönen Samstagabend. Die Akteure auf der Bühne haben alle Biografien, die sich im Theaterleben mehr als sehen lassen können. In der Reichenbach-Aula spürten die Besucher die Spielfreude des großen Ensembles. Eigentlich müssten alle lobend erwähnt werden.
Hier nennen wir die Mimen Christian Fischer, Stephanie Theiß, Jessica Kessler (Lisa), Antje Rietz, Tobias Fischer (Frank), Axel Weidemann., Manuela Romberg und Michael Starkl (Tom), den Regisseur Ulf Dietrich und Musikchef Uli Schreiber. Sie hatten einfach tolle Einfälle.
So ging man auch beschwingt nach Hause und freute sich, dem Dieter Bohlen entkommen zu sein.
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