Das Opfer wird verhöhnt

Todesfall Waltraud F. wird neu aufgerollt..  Mit grossem Interesse habe ich Ihre Berichterstattung gelesen. Auch ich befand das Urteil seinerzeit als zu mild und vor allen Dingen fand ich das Vorgehen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft grotesk und das „zweiaktige” Tatgeschehen haarspalterisch:


Unstrittig ist meiner Ansicht nach, dass Waltraud F. sicher noch am Leben wäre, wenn sie am Tattag keinen Besuch von Advija M. erhalten hätte! Und diese hat Waltraud F. aufgesucht, um dem Vernehmen nach von ihr Geld zu erhalten und stand ansonsten in keiner näheren Beziehung zum Opfer, was die „niederen” Beweggründe der Tat nur noch hervorhebt!


Wenn dies nicht die Motivlage von Advija M. für den Besuch bei Waltraud F. gewesen ist, hätte sie im Prozess ein anderes Motiv darlegen können. Dies hat sie jedoch wohlweislich nicht getan! Ich finde daher die in Ihrem Bericht dargelegten juristischen Bewertungen einzelner Tat-Details der Staatsanwaltschaft, die offenbar nur im Dienste stehen, die Angeklagte glimpflich davon kommen zu lassen, mehr als spitzfindig!


Sie verhöhnen das Opfer posthum und räumen dem Täter – wie so oft – eine in meinem Augen unangemessene Aufmerksamkeit ein. Alle von Advija M. eingeräumten und unstrittigen Taten sowohl das „Nase und Mund zuhalten” wie auch die spätere Anbringung eines Knebels beim Opfer in Verschleierungsabsicht nahmen billigend das Ableben von Waltraud F. in Kauf und geschahen meines Erachtens nach absichtlich!


So wäre es doch durchaus vorstellbar gewesen, dass Advija M. anonym einen Notarzt gerufen hätte, nachdem bei Waltraud F. die Bewusstlosigkeit eingetreten war! Aber ihr Bemühen war es, die Tat und ihre Beteiligung hieran zu vertuschen! Wie konkret und wie lange im Voraus muss eine Tötungsabsicht gefasst sein, um von einem Vorsatz auszugehen, möchte ich hier fragen?! Eine Woche, einen Tag, eine Stunde oder gar eine Minute vor der Tat?! Dass sich Advija M. durchaus über die Schwere ihrer Tat bewusst war, wird meines Erachtens durch ihren Selbstmordversuch nur unterstrichen.


Diese Tat als alternativlosen „Unglücksfall” herabzuspielen, ist in meinen Augen besonders dem Opfer wie auch dessen Angehörigen gegenüber zynisch! Ich finde es gut, dass die Angehörigen von Waltraud F. das unschuldige Opfer nicht wie so oft in Vergessenheit geraten lassen. Ich wünsche ihnen und der Gerechtigkeit viel Erfolg und sehe einer weiteren Berichterstattung gespannt entgegen. Olaf H. Möllenberg, Schwelm