Das grenzt an Schildbürgertum

Das ist ein absolutes Unding. Hoffen wir, dass hier kein ernster Unfall passiert. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Behörden rechtfertigen, wenn an dieser Gefahrenstelle, auf die die Menschen zahlreich und mit Nachdruck aufmerksam machen, tatsächlich einmal ein Verletzter oder sogar ein Menschenleben zu beklagen ist.

Natürlich ist hier rechtlich alles in trockenen Tüchern, aber es grenzt schon an Schildbürgertum, wenn die Vermeidung eines weiteren Unfalls – und der ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit – an ein paar hundert Euro Abschleppkosten scheitert. Die wird ohnehin bald das Ordnungsamt der Stadt Gevelsberg tragen müssen, denn die Indizien sprechen bisher die klare Sprache, dass den Halter sein Fahrzeug allem Anschein nach nicht die Bohne interessiert. Wer seine Versicherung nicht zahlt, drängt sich auch nicht als eiliger Begleicher der Abschleppkosten auf, die ihm ohnehin durch die Stadt Gevelsberg per Rechnung zugestellt werden, wenn er den Wagen nicht innerhalb der Frist wegschafft, die ihm das Ordnungsamt setzt.

Die Argumentation, dass der Pkw nicht verkehrswidrig steht und es zu keinem Unfall kommen kann, wenn jeder Verkehrsteilnehmer sich korrekt verhält, ist geradezu hanebüchen. Dann nämlich dürfte es überhaupt niemals auf der Welt irgendeinen Unfall im Straßenverkehr geben. So funktioniert unsere Welt aber leider nicht. Vielleicht sollten diejenigen einmal Auskunft darüber erteilen, wie oft jemand über den Randstreifen brettert, die in schöner Regelmäßigkeit die beiden schwarz-weißen Begrenzungspfähle wieder in ihre Halterungen packen oder ganz austauschen, weil sie nach dem letzten Zusammenstoß exakt an dieser Stelle wieder einmal vollkommen hinüber sind.