Das DRK macht Schwelmer zu Lebensrettern

Das DRK rechnete beim Blutspendetermin in der Sparkasse am Montag mit 130 Spendern. Es kamen nur 114, darunter waren 5 Erstspender.
Das DRK rechnete beim Blutspendetermin in der Sparkasse am Montag mit 130 Spendern. Es kamen nur 114, darunter waren 5 Erstspender.
Foto: Syamala Roberts

Schwelm..  Man könnte fast denken, wir sitzen in irgendeinem gemütlichen deutschen Kaffeehaus, denn es stehen auf jedem gründlich geputzten, mit Blumen bedeckten Tisch Kaffeekannen und belegte Brötchen bereit. Jedoch handelt es sich hier nicht um einen Kaffeeklatsch, sondern um den Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes, der in der Sparkasse zu Besuch ist.

Die Brötchen sollen als Stärkung nach der Blutspende dienen, sie sind für viele aber auch eine kleine Belohnung, die man für den halben Liter Blut bekommt. Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes organisieren den Spendedienst; mittlerweile sind sie für den herzlichen Empfang bekannt geworden. Der Aufruf zur Blutspende liegt Christof Freisen, Verantwortlichem für den Blutspendedienst West, besonders am Herzen. „Die Anzahl von Spendern in dieser Gegend ist insgesamt rückläufig“, teilt er mit. „Die Stammspender (diejenigen, die mehrmals gespendet haben) sind generell ältere Leute, die häufig wegen Krankheiten aufhören müssten. Aufgrund der Poststreiks wird es immer schwieriger, Termine zu planen, weil man unsere Einladung zu spät bekommt.“

Das war letzte Woche in Sprockhövel der Fall. Daher wird immer mehr im Internet geworben, wo man sich über Termine mithilfe einer Suchmaschine informieren kann. Besonders jüngere Spender hofft man auf diese Weise anzusprechen.

Die Spenderzahlen in Schwelm sind wieder gesunken

Auch wenn der Blutspendedienst gelegentlich Unis und Kollegs besucht, genügt das keineswegs. „Vorher hatten wir beispielsweise in Schwelm im Durchschnitt 150 bis 160 Spender; momentan liegt die Anzahl eher bei 100 bis 110. Nach dem Umbau der Sparkasse wissen die Leute nicht, dass wir wieder hier an unserem alten Stammplatz sind“, sagt Freisen.

Bei den Spenderzahlen spiele die persönliche Ansprache eine immer größere Rolle. Björn Rauhaus, 25, ist mit seiner Freundin Mara zur Blutspende gekommen und wurde dazu von seinem Vater ermutigt. Außerdem ist seine Tante bei dem Spendedienst in Schwelm tätig. Wer sich bisher von den potenziellen Einschränkungen oder aus Angst um die eigene Gesundheit hat abschrecken lassen, sollte es sich doch noch mal überlegen. Vor jeder Spende wird die jeweilige Gesundheitsverfassung bei einem einführenden Arztgespräch eingeschätzt. Die meisten Erwachsenen seien ohnehin fit genug, um Blut zu spenden.

Die Kriterien, nach denen man kein Blut spenden darf, werden in den bereitgestellten Informationsmaterialien aufgeführt und vor dem Spendetermin mithilfe eines Fragebogens geprüft. Nachher wird das Blut selbst im Labor untersucht. Die Abgabe eines halben Liter Bluts wird in der Regel vom Körper gut vertragen.

Diese „Vollblutspende“ wird in drei Bestandteile getrennt: in Rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma. Diese können jeweils bei plötzlichem Blutverlust nach einem Unfall, bei Krebskranken und bei Gerinnungsstörungen eingesetzt werden. So werden mit einer Spende mehrere Kranke behandelt. Der Beitrag mag wohl eine „Spende“ heißen, doch in Wirklichkeit kostet es nichts außer ein wenig Zeit, Leben zu retten.