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Das Desaster mit dem letzten Mittel verhindert

07.01.2016 | 08:00 Uhr
Das Desaster mit dem letzten Mittel verhindert
Mit dieser Maschine trug die Firma das rettende Mittel schließlich zu beginn der Weihnachtsferien auf.Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal. Aufatmen bei der Stadt Ennepetal: Um ein Haar hätte der komplette Boden der Dreifeldsporthalle des Reichenbachgymnasiums erneuert werden müssen. Dies wäre einem Desaster für den Schul-, aber in erster Linie für den Vereinssport gleichgekommen. Die „wirklich allerletzte Lösung, die wir noch hatten, hat zum Glück hervorragend funktioniert“, sagt Hans-Günther Adrian, Pressesprecher der Stadt Ennepetal. So können die Schüler pünktlich zum heutigen ersten Schultag nach den Weihnachtsferien nach vielen Wochen auch endlich wieder Sportunterricht in der Halle bekommen.

Ein Rückschlag nach dem anderen

Die Geschichte begann bereits während der Herbstferien. Turnusgemäß wurde der Hallenboden einer Grundreinigung unterzogen. Dabei entfernt eine Maschine die alte Schutzschicht inklusive des Drecks und des Gummiabriebs der Turnschuhe. Anschließend muss der dann offenporige Boden durch eine neue Schutzschicht wieder geschlossen werden, damit beispielsweise der Schuhabrieb nicht in den Boden eindringt. Routine. Bis auf dieses Mal. „Offensichtlich hat die Firma, die stets zuverlässig für uns gearbeitet hat, das falsche Mittel aufgetragen“, sagt Hans-Günther Adrian.

Leider ist die Folge dessen ein schleichender Prozess, so dass dies nicht sofort auffallen konnte: Der Hallenboden wurde immer rutschiger, bis die Sicherheit der Sportler nicht mehr gewährleistet war. Immer wieder wurde mit diversen Mitteln nachgearbeitet. Das brachte auch stets kurzfristigen Erfolg, war aber nie von längerer Dauer als maximal ein paar Wochen. Schließlich war der Boden der Dreifeldhalle derart glatt, dass die Stadt Ennepetal die Reißleine zog und die Halle schloss. „Die Gesundheit geht an dieser Stelle ganz klar vor.“ Betroffen neben den Schülern war davon vor allem der Vereinssport – konkret die Basketballer und die Handballer. So einfach konnten deren Meisterschaftsspiele nämlich nicht wo anders ausgetragen werden, weil die zweite Halle dieser Größe – die Kreissporthalle am Berufskolleg – Flüchtlingsunterkunft ist.

Die Gegner der Ennepetaler hätten ihnen die kalte Schulter zeigen können, denn wenn keine Sportstätte zur Verfügung steht, gehen die Punkte an das Auswärtsteam. „So weit ich weiß, gab es aber für jedes Spiel eine Einigung, zum Beispiel, dass der Gegner einer zeitlichen Verlegung zugestimmt hat“, sagt Adrian und freut sich über die Solidarität zwischen den Sportlern. Außerdem könne so etwas auch jedem anderen Verein passieren, der sich dann ebenso über ein Entgegenkommen des Gegners freut.

Offen blieb aber die Frage: Wie wird der Boden in der Reichenbach-Halle wieder stumpf genug, um die Sicherheit der Vereinssportler und Schüler zu gewährleisten? Die Firma, die sich mächtig in Zeug gelegt hatte, um ihren Fehler wieder auszubügeln, hatte ein letztes Mittel in petto, von dem die Experten hofften, dass es den erwünschten Abstumpfungseffekt tatsächlich bringt. Da tat sich das nächste Problem auf, das zeitliche Verzögerung in die Sache brachte. Denn dieses Mittel muss in mehreren Schichten aufgebracht werden. „Für eine Halle dieser Größe sind ungefähr 120 Liter notwendig“, sagt Hans-Günther Adrian. Die hatte der Händler aber nicht vorrätig.

Keine Kosten für die Stadt

Kurz vor Weihnachten dann die Nachricht: Es kann losgehen. Alle Hoffnungen ruhten nun darauf, dass dieses Wundermittelchen tatsächlich die gewünschte Wirkung entfaltet. „Sonst hätten wir den Boden erneuern müssen.“ Zwei Wochen und ein paar Messungen später scheint nun festzustehen, dass der Hallenboden noch einmal vor dem Austausch bewahrt werden konnte. „Wir liegen nicht nur gut, sondern laut Skala sogar extrem weit oben im sehr sicheren Bereich“, sagt Adrian.

Der Stadt Ennepetal entstehen keine Kosten für die mehrfache Nachbehandlung nach dem Fehler, und alle hoffen, dass der Boden diesmal bis zur nächsten Grundreinigung stumpf genug bleibt.

Stefan Scherer

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2016-01-07 08:00
Ennepetal