Das Beste aus beiden Schulen verbinden

„Der Schulalltag soll von Respekt und Verlässlichkeit geprägt und angstfrei sein. Jedes Kind soll wertgeschätzt und ernst genommen werden“: Carola Zimmermann hat eine klare Vorstellung vom Leitbild ihrer Schule.
„Der Schulalltag soll von Respekt und Verlässlichkeit geprägt und angstfrei sein. Jedes Kind soll wertgeschätzt und ernst genommen werden“: Carola Zimmermann hat eine klare Vorstellung vom Leitbild ihrer Schule.
Foto: Christian Werth

Schwelm..  Zwei langjährige Kräfte gehen und eine Frontfrau ist gefunden. Carola Zimmermann ist nun auch offiziell die neue Schulleiterin der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule am Ländchenweg, während mit Ina Schwidde und Gerhard Fischer zugleich zwei Lehr-Urgesteine der Grundschule am Westfalendamm verabschiedet wurden.

Die beiden 64-Jährigen waren 2013 krankheitsbedingt vorzeitig aus dem Dienst ausgeschieden und hatten den letztjährigen Umzug ihrer Schule somit nicht mehr miterlebt. Anfang des Jahres sind Schwidde und Fischer nun in den Ruhestand getreten.

„Ihr wart immer sehr engagiert und habt immer ein offenes Ohr für uns gehabt“, lobte Zimmermann und hob hervor, dass sie die beiden nach wie vor auf dem Genesungsweg befindlichen Kollegen auch zukünftig bei Bedarf zu Rate ziehen wolle. „Unser Beruf hat uns immer Spaß gemacht. Es war eine gute Zeit an einer schönen Schule“, blicken die beiden Pensionäre übereinstimmend auf ihre Berufung an der GS Westfalendamm zurück.

Ina Schwidde und Gerhard Fischer

Während Fischer bereits 1972 als Lehramtsanwärter an der Schule begonnen hatte, war Schwidde 1985 von der Grundschule Altenvoerde nach Schwelm gewechselt. Beide Lehrer unterrichteten nahezu alle Fächer und waren für ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bekannt. „Für mich stand auch immer das Erzieherische im Vordergrund und die Kinder durch gemeinsames Arbeiten aktiv werden zu lassen und selbstständig zu machen“, reflektiert Fischer und hebt hervor, dass die Leitung in all den Jahren stets vorbildlich für die Lehrer eingestanden habe. „Ich habe hier von Anfang an gerne gearbeitet und immer Wert darauf gelegt, ganzheitlich und fächerübergreifend zu unterrichten“, verrät Schwidde und erinnert sich besonders gerne an viele gelungene Projektwochen und Schulfeste zurück.

Während sich die der Liebe wegen nach Deutschland gekommene Holländerin die Etablierung des Englisch-Unterrichts sowie die Förderung von Patenkinder-Projekten auf die Fahnen schreiben kann, zeichnete der Beyenburger als Sport-Akademiker für die Planung von Sportwettkämpfen und Bundesjugendspielen, aber auch für die Computerausstattung der Schule verantwortlich.

Auch die neue Schulleiterin hat bis zuletzt an der GS Westfalendamm gearbeitet. Da Zimmermann von 2000 bis 2010 zuvor zehn Jahre lang Konrektorin der Grundschule am Möllenkotten war, kennt sie die Strukturen beider Schulen wie keine andere. So sei die Zusammenführung der beiden von Grund auf unterschiedlichen Schulen ein großes Ziel. „Beide Schulen hatten sehr unterschiedliche Konzepte, die beide wertvoll sind. Deshalb wollen wir alles, was gut funktioniert hat, auch beibehalten und bewährte Elemente aus beiden Schulen miteinander verknüpfen“, glaubt Zimmermann, dass man zukünftig vom beidseitigen Erfahrungsschatz profitieren könne.

Seit einigen Tagen ist auch ein Leitbild formuliert worden und stellt die Schule als Ort zum Wohlfühlen in den Vordergrund. „Der Schulalltag soll von Respekt und Verlässlichkeit geprägt und angstfrei sein. Jedes Kind soll wertgeschätzt und ernst genommen werden“, wünscht sich die neue Frontfrau, die Mitte April Ute Kommans als kommissarische Leiterin abgelöst hatte und neben dem Leitungsdienst zukünftig noch Mathematik unterrichten wird. Als Lehrerin der GS Engelbertstraße und langjähriger Tätigkeit im Fortbildungsbereich hat die Schwelmer Familienmutter auch andere Blickwinkel kennengelernt.

Den bisherigen Umstrukturierungsprozess am Lädchenweg bewertet die 49-Jährige als „guten Start, der jedoch noch längst nicht abgeschlossen ist“. So sollen innerhalb der nächsten Monate die Schulinnenräume noch lebenswerter, der Schulhof verschönert und Klettergerüste erweitert werden.

Diesen Umsetzungen hat sich der Förderverein angenommen. Außerdem soll die Außendarstellung der 340 Schüler und 24 Lehrer vereinenden Schule verbessert werden. Hierzu sollen eine Homepage aufgebaut, ein Schullogo entworfen sowie ein Gebäudeschriftzug angebracht werden. Hinsichtlich der Namensgebung hat man sich inzwischen darauf verständigt, die Bezeichnung Grundschule am Ländchenweg beibehalten zu wollen.