City als Einkaufszentrum ohne Dach

Bürgermeister Claus Jacobi bei seiner Begrüßungsrede vor der Jahreshauptversammlung von Pro-City in Gevelsberg.
Bürgermeister Claus Jacobi bei seiner Begrüßungsrede vor der Jahreshauptversammlung von Pro-City in Gevelsberg.
Foto: WP

Gevelsberg..  Wenn der Oberbürgermeister von Wuppertal am verkaufsoffenen Sonntag zum Einkaufen nach Gevelsberg kommt, dann hat man es eigentlich geschafft. „Ich habe den Kollegen Peter Jung nicht persönlich gesehen, aber man hat mir von verschiedenen Seiten glaubhaft versichert, dass er beim Einkaufs-Frühling da war“, erklärte Claus Jacobi bei der Begrüßung der Mitglieder des Stadt-Marketingvereins Pro-City zur Jahreshauptversammlung im Rathaus und fügte hinzu: „Dann brauchen wir auch keine Angst vor Ikea in Wuppertal zu haben.“

Die in Pro-City zusammengeschlossenen Händler, Immobilienbesitzer, Unternehmen und auch Privatleute können sich zufrieden auf die Schultern geworden. Man wollte Marktführer unter den Einkaufsstädten in der Umgebung werden und habe das Ziel erreicht, zog City-Manager Frank Manfrahs Bilanz. Nun gehe es darum „ein überregionales Musterbeispiel für einen funktionierenden Einzelhandelsstandort“ zu werden. Von Gevelsberg als „Einkaufszentrum ohne Dach“ sprach Manfrahs in seinen Zukunftsüberlegungen.

WLAN noch verbessern

Manfrahs und Bürgermeister Claus Jacobi waren sich einig darüber, dass Pro-City sich auf der bisher erreichten Anziehungskraft von Gevelsberg als Einkaufsstadt nicht ausruhen darf. „Wir müssen immer wieder nachjustieren, uns auf ein schwieriger werdendes Konsumverhalten einstellen“, so der Sozialdemokrat.

Dazu gehört zum Beispiel auch das Angebot an kostenlosen WLAN-Verbindungen für die Smartphones und Tabletts in der Innenstadt zu verbessern. In den Bereichen Großer Markt, Lusebrink und Ennepebogen fehlte noch das ausreichendes Angebot. Trotzdem lohnt sich ein Vergleich mit einer Großstadt in der Nachbarschaft. In Hagen haben sich Händler erst in dieser Woche die Hilfe der Dortmunder Stadtwerke gesichert, um ein entsprechendes Angebot auszubauen. In Gevelsberg ist Pro-City mit Unterstützung von Freifunk bereits seit einem Jahr sozusagen flächendeckend in der Mittelstraße „auf Sendung“. Man gelte in dieser Beziehung als Musterbeispiel, meint Manfrahs.

Auch neue Wege möchte der City-Manager mit den Mitgliedern diskutieren. Der ideenreiche Einzelhandels-Experte warf Überlegungen für einen Feierabendmarkt in die Runde. Das wäre neben Mittwoch und Samstag ein zusätzlicher Markttag in Gevelsberg. Die Stände würden aber nicht in den frühen Morgenstunden, sondern etwa von 16 bis 20 Uhr öffnen. Parallel dazu müssten die Geschäfte in der Innenstadt auch in diesem Zeitraum für ihre Kunden zu erreichen sein. Das gebe denjenigen, die am Morgen aus Termingründen nicht auf den Markt gehen können, die Gelegenheit, auch dieses Einkaufserlebnis zu erfahren. „In Gelsenkirchen ist diese Idee bereits sehr erfolgreich“, versichert Manfrahs.

Verändertes Verhalten

Veränderungen wird es auch bei den Einkaufsgutscheinen von Pro-City für Gevelsberger Geschäfte geben. „Der 50-Euro-Gutschein wird abgeschafft. Der Trend geht dazu, die Gutscheine in kleiner Stückelung zu kaufen, damit sie in mehreren Geschäften eingelöst werden können“, sagte Manfrahs. Dafür wird ein 15-Euro-Gutschein neu eingeführt, weil danach gefragt werde.