Christliche Werte in der Wirtschaft

Das Stadtgebet lockte viele Interessierte zur Firma Ischebeck.
Das Stadtgebet lockte viele Interessierte zur Firma Ischebeck.
Foto: WP

Ennepetal..  Im Rahmen der Gebetswochen der Evangelischen Allianz findet seit einigen Jahren ein Stadtgebet statt. Dabei geht es um die Verantwortung im öffentlichen Leben. Diesmal trafen sich viele Menschen zum Stadtgebet erstmals in einem Wirtschaftsunternehmen, im Bürogebäude der Firma Friedrich Ischebeck an der Loher Straße. Sie erfuhren, dass es geht, Christ zu sein und gleichzeitig auch im globalen Geschäft mit Erfolg zu arbeiten.

Björn Ischebeck, einer der beiden Geschäftsführer, bekannte sich zu den christlichen Werten. Schon bei der Gründung der Firma im Jahre 1881 habe der soziale Gedanke im Vordergrund gestanden. Damals sei eine Firma im Loher Tal in Konkurs gegangen. Um die Arbeitsplätze zu erhalten, habe Friedrich Ischebeck mit 51 Jahren eine Werkzeugfabrik gegründet, das jetzige Unternehmen Ischebeck. Auch heute sei das Unternehmen bemüht, Mitarbeitern bei Krankheit und Schicksalsschlägen zu helfen. Björn Ischebeck sprach von „Mutmachen und Nächstenliebe“. Auch die Belegschaft sei solidarisch. Er erzählte, wie in Zeiten der Finanzkrise Mitarbeiter kurzarbeiten mussten. Als dann andere Beschäftigte durch Tarifabschlüsse mehr Geld erhielten, hätten sie diese Erhöhung den kurzarbeitenden Kollegen gegeben.

Pfarrer Andreas Schulte, der die Veranstaltung moderierte, kommentierte: „Ich finde es sehr beeindruckend, was wir hier gehört haben.“ Im Verlauf gab es immer wieder Dankesworte für die Inhaberfamilien Ischebeck und Döpp.

Im Beisein seiner ersten Stellvertreterin Anita Schöneberg nannte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen das Stadtgebet eine wichtige Veranstaltung. Da man in einer Firma zu Gast sei, sprach Wiggenhagen auch über die Gewerbesteuer. 30 Millionen Euro habe die Stadt im vergangenen Jahr eingenommen. Übrig geblieben für die Stadt seien davon 200 000 Euro. Allein an Kreisumlage seien 22 Millionen Euro gezahlt worden, dazu kamen die Gewerbesteuerumlage für das Land, Abgaben für den Stärkungspakt für arme Städte und Gelder für die Deutsche Einheit. Ulrich Schilling von der Wirtschaftsförderung der Stadt nannte in seinem Vortrag Zahlen. „In unserer Stadt gibt es über 2000 Unternehmen, vom Ein-Personen-Betrieb bis hin zu Weltmarktführern. Ennepetal sei in der glücklichen Lage, Modell-Kommune für die Breitbandversorgung zu sein. Zum Einzelhandel meinte Schilling: „Er befindet sich im Wandel. Damit müssen wir umgehen.“

2000 Unternehmen in der Stadt

Sabine Hofmann, Beauftragte für das Ehrenamt, für Senioren und Gleichstellung, warb für ehrenamtliche Arbeit. „Wer den Weg zum Ehrenamt finden und im Ruhestand eine sinnvolle Beschäftigung haben möchte, der ist willkommen.“ Gudrun Giesick, seit vielen Jahren in der Jugendgerichtshilfe tätig, schilderte die Bemühungen der Stadt, jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Derzeit würden 28 junge Leute betreut, die keinen Schulabschluss hätten und nicht belastbar seien. Vom Elternhaus erhielten sie kaum Unterstützung.

Nach den Vorträgen gab es Fürbitte-Gebete für die Menschen, die Hilfe brauchen, aber auch für die Entscheider in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Zu Beginn des Stadtgesprächs sprach Pastor Hans-Günter Simon von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Milspe über das „Dein Wille geschehe“ im Gebet aller Christen „Das Vaterunser“. „Gottes Wille geschieht, wo wir ihn leben“, sagte Hans-Günter Simon.

Zum gottesdienstlichen Charakter des Stadtgebets trug auch das Musik-Trio bei. Es musizierten Rolf Bärenfänger, Andreas Schulte (auch Gesang). Mit ihrer schönen Stimme gab Hella Braselmann dem Abend eine besondere Note.