Chor feiert 150-jähriges Bestehen
05.09.2010 | 17:50 Uhr 2010-09-05T17:50:00+0200
Ennepetal. Vierzehn Männer waren es, die sich 1860 in Kotthausen (heute Oberbauer) zum Gesang trafen. Sie haben sicherlich nicht im Traum daran gedacht, dass in 150 Jahren ihr Männergesangverein noch lebt, noch singt und vor allem so stimmgewaltig ist.
Eine Kostprobe davon erhielten die Gäste beim Jubiläumsfestakt am Samstag in der Aula der Evangelischen Stiftung Loher Nocken. „Oh Herr, welch ein Morgen“ ließ Dirigent Heinz-Martin Schmitz anstimmen. Da spürte der Besucher schon die Kraft des Chores, in diesem Fall mitpräsentiert von der schönen Tenorstimme des Solisten Helmut Burgdorf.
Ja, das war ein Morgen für den 150 Jahre alten Männergesangverein „Eintracht“ Kotthauser Höh. Als Mutmacher gratulierte der Präsident des Chorverbandes NRW, Hermann Otto. Er überreichte dem „Eintracht“-Vorsitzenden Friedhelm Tempelmann die Ehrenurkunde des Verbandes. Für Otto ist „Singen ein Mannschaftssport mit Zukunft“. Otto wies auf die Aktionen seines Chorverbandes hin, um das Singen in Kindergärten und Schulen zu fördern. Darin sieht Otto auch eine Zukunft für die Chöre, die derzeit vielfach überaltert seien. Der Präsident sprach von einer „Musikalisierung der Gesellschaft“. „Innovativ sein und Bewährtes sichern“ sei die Devise.
Wie der Jubelverein 150 Jahre schaffte, schilderte der zweite Vorsitzende Manfred Tag in seiner „Zeitreise“. Schon 1876 habe der Chor 25 Mitglieder gehabt. Anfangs standen immer Lehrer als Dirigenten vor. Dann das. Die Zahl der Sänger sank auf zehn, weil Dirigent Julius Krampe ein „hartes Regiment“ führte. Doch es ging wieder aufwärts. 1928 übernahm der Breckerfelder Paul Meckel das Dirigat. „Der Chor wuchs und wuchs. Bei Gesangwettstreiten wurden zahlreiche Preise errungen – und Paul Meckel war auch ein mehrfach ausgezeichneter Dirigent!“ Bis 1960 war er der musikalische Leiter. Walter Brahm – er war am Samstag anwesend – setzte den Erfolg fort. Mit ihm wurde auch die Schallplatte „Balalaika-Klänge“ produziert. „Eine erfolgreiche und schöne Zeit“, sagte Manfred Tag dazu. 1980 kam der „bekannte und auch von Sängern gefürchtete „Friedrich-Wilhelm Figge als Chorleiter. 23 Jahre war er der Dirigent der Kotthauser. Mit ihm wurden viele Konzertreisen unternommen.
Der Chor ist glücklich mit seinem Dirigenten
Seit 2003 steht der Ennepetaler Heinz-Martin Schmitz dem Chor als musikalischer Leiter vor. Wie beim Festakt mehrfach zu hören war, ist der Chor glücklich, den Dirigenten Schmitz zu haben. Man verstehe sich.
Beim Festakt gratulierte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen im Beisein seiner Stellvertreterin Anita Schöneberg und der Ehrenbürgermeister Gerd Dessel, Friedrich Döpp und Michael Eckhardt sowie des FDP-Fraktionschefs Wolfgang Frey und der SPD-Stadträtin Vera Zenker. Wilhelm Wiggenhagen sprach von einem „außergewöhnlichem Jubiläum“ und dankte für das Engagement des Chores. „Sie haben beachtliche Leistungen gezeigt“, sagte der Bürgermeister. Offizielle Gratulanten waren noch Paul Dieter Baumann, der stellvertretende Vorsitzende im Chorverband Hagen/Ennepe-Ruhr, und Dieter Ehrenthal, der Vorsitzende des Stadtverbandes der Ennepetaler Chöre. Dieser erinnerte an den kürzlich verstorbenen Günter Acker, der lange Zeit zweiter Vorsitzender der „Eintracht“ war und auch im Stadtverband wirkte.
Nach der Gratulationscour musizierte das Mundharmonika-Duo Manfred Tag/ Detlef Gosch. Der Festakt endete mit einer schönen Überraschung. Heinz-Martin Schmitz ließ das in Sängerkreisen bekannte Lied „Heimat“ anstimmen- und alle sangen mit. Es wirkte wie eine Demonstration für den Chorgesang. Zurück blieb in jedem Fall ein glücklich wirkender Vorsitzender Friedhelm Tempelmann, der auch dem Jubiläumsakt behutsam vorstand.
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