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CDU stimmt gegen Schallschutzwand

14.02.2012 | 18:38 Uhr

Ennepetal. Auch schöne bunte Bildchen von einer mit üppigen Grünpflanzen versehenen Schallschutzwand - kürzlich der CDU von der Grundstückserwerberin vorgelegt - konnten nicht überzeugen. Dafür punkteten Anwohner des Dr.-Fritz-Textor-Rings bei der CDU-Fraktion im Rat der Stadt.

Die Argumente der Anwohner überzeugten in der öffentlichen Fraktionssitzung. Später – im nichtöffentlichen Teil – beschloss dann die Fraktion unter Vorsitz des Vize-Chefs Jens Knüppel, in der heutigen Sitzung des städt. Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung sich gegen die Errichtung einer Schallschutzwand am Kinderspielplatz im Gebiet „Mit der Sonne bauen“ (am Büttenberg) auszusprechen.

Wie Daniel Heymann, der zusammen mit Bernhard Mielchen (Vorsitzender des Ausschusses die Diskussion in der Kantine des Rathauses mit den rund 15 anwesenden Bürgern sachlich leitete, gestern mitteilte, begrüßte auch Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen in der Fraktionssitzung das Votum der CDU.

Zwar könne dies im schlimmsten Falle dazu führen, dass die Stadt für das Grundstück einen neuen Käufer finden müsse, jedoch wären Verlässlichkeit und Konstanz politischer Entscheidungen sowie die negative Signalwirkung für den Familienstandort Ennepetal bei einem anderslautenden Votum, aus Wiggenhagens Sicht, höher zu bewerten.

Die CDU-Fraktion folgt den Argumenten der Anwohner: „Der Bebauungsplan hier ist eindeutig und wurde bewusst in der Form für ein familienfreundliches Wohngebiet aufstellt.

Dem Antrag auf die Errichtung einer Schallschutzwand stattzugeben, würde dazu führen, dass weitere Anträge mit ähnlichen Anliegen kaum zurückzuweisen wären.

Dies würde auch die Baufelder betreffen, die sich gerade erst in der Erschließung befänden. Alle Anwohner haben die Grundstücke in Kenntnis der Auflagen und auch des Charakters des Wohngebiets erstanden und sich größtenteils bewusst für das Wohngebiet entschieden, weil es eine kinderfreundliche Umgebung mit jungen Familien bieten soll. Die Signalwirkung einer Schallschutzwand an einem Kinderspielplatz würde dem entgegen laufen!“

In der Diskussion mit den Bürgern stand auch das „Gerücht“, dass in dem Wohnhaus auch eine Augenarztpraxis untergebracht werde.

Die Anwohner befürchteten ein zusätzliches Verkehrsaufkommen, direkt vor dem angrenzenden Spielplatz.

Wie Daniel Heymann schreibt, habe die Grundstückserwerberin bei einem Besuch in der CDU-Fraktion (nicht am Montag- die Red) mitgeteilt, dass sie zunächst an einem Tag im Monat einen Praxisraum in dem zu bauenden Haus nutzen wolle.

Anwesend in der CDU-Fraktionssitzung am Montag war auch der Fachbereichsleiter für Jugend und Soziales in der Stadt und Kinderbeauftragte Georg Heller.

„Ich habe zuerst die Hände über den Kopf zusammen geschlagen, als ich von dem Ansinnen hörte, dort eine Schallschutzwand zu bauen!“

Doch Heller stimmte (wie berichtet) schließlich zu, als er von den Kollegen vom Bau aus dem Rathaus hörte, dass ein 2 m hoher Zaun nicht verhindert werden könne.

„Dann habe ich mich lieber für die 2.25m begrünte Schallschutzwand entschieden!“

Da es mit hoher Wahrscheinlichkeit heute in dem Ausschuss keine Mehrheit für eine Schallschutzwand gibt, dürfte auch für den Kinderbeauftragten Heller seine „Lieblings-Lösung“ beschlossen sein: keine Schallschutzwand.

Hans-Jochem Schulte

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