CDP zieht mit 50 Arbeitsplätzen nach Gevelsberg

CDP-Manager Rüdiger Muylkens und Bürgermeister Claus Jacobi reichen sich in der neuen Produktionshalle von Bharat Forge die Hand. In der ersten Augustwoche soll die Produktion anlaufen.
CDP-Manager Rüdiger Muylkens und Bürgermeister Claus Jacobi reichen sich in der neuen Produktionshalle von Bharat Forge die Hand. In der ersten Augustwoche soll die Produktion anlaufen.
Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg/Ennepetal..  Die Firma CDP Bharat Forge verlagert Teile ihrer Produktion von Ennepetal nach Gevelsberg. Ab Anfang August werden im Gewerbegebiet am Bahnhof West vier Endfertigungslinien laufen. Insgesamt 50 Beschäftigte des Schmiedebetriebes haben dann ihren Arbeitsplatz in Gevelsberg. Eine Erweiterung des Zweigbetriebs ist bereits im kommenden Jahr geplant.

„Nach den sonst schlechten Nachrichten aus der Schmiedeindustrie ist das mal eine gute“, spielte Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi gestern bei der Bekanntgabe der Pläne auf die angekündigte Schließung von Jeco durch die Mahindra-Gruppe an. Bharat Forge hat zwar wie Mahindra indische Wurzeln, geht aber an der Ennepe auf Wachstumskurs.

Dafür wird es im Werk in Ennepetal eng. So will CDP Bharat Forge nun die Endfertigung von Achsschenkel-Teilen für Nutzfahrzeuge verlagern. „Die Teile sind über 30 Kilo schwer und kommen direkt nach dem Abkühlen nach Gevelsberg. Wir fertigen davon 1,1 Millionen Stück in Ennepetal. Wenn die schnell aus den Werkshallen raus sind. dann schafft das dort schon einmal eine Menge Platz“, erklärt Rüdiger Muylkens, Leiter Produktionstechnik des Unternehmens, die Gründe für den Umzug.

Die Halle in Gevelsberg wurde von den Gebrüdern Heintze erst einmal angemietet und wird zurzeit umfangreich umgebaut. So muss zum Beispiel das Fundament angepasst werden. „Die Bodenplatte stammt aus den 80er Jahren und war für eine Lagerhalle ausgelegt“, so Architekt Hendrik Seibel. Nun sollen dort Strahlmaschinen aufgestellt werden, die ein Gesamtgewicht im Betrieb von rund 35 Tonnen haben. Seibel lobt auch die Kooperation mit den Behörden: „Normalerweise handelt es sich um ein Sonderbauvorhaben, dessen Genehmigung drei bis sechs Monate dauert. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat drei Wochen und die Stadt Gevelsberg zwei Wochen gebraucht.“

Bereits Pläne für Erweiterung

Noch bevor der erste Arbeiter umgezogen ist, schmiedet CDP Bharat Forge bereits Pläne für den Ausbau seines Engagements in Gevelsberg. Aus dem Zwei- könnte ein Drei-Schicht-Betrieb werden. Die Genehmigung dafür wurde bereits eingeholt. Eine angrenzende Halle könnte im nächsten Jahr übernommen werden, um den Zerspanungsbereich noch auszubauen. Dann würden auf insgesamt 5400 Quadratmetern auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, meint Produktionsleiter Rüdiger Muylkens.

Zusammenarbeit der Kommunen

Lena Dobrick von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gevelsberg ist froh, CDP Bharat Forge eine Perspektive geben zu können, auch wenn es ein Ennepetaler Unternehmen bleibt: „Es geht hier in erster Linie nicht um Kirchturmdenken der einzelnen Kommunen. Wir wollen vor allen Dingen die Arbeitsplätze vor Ort erhalten.“ Auf Kreisebene wurde die stärkere Zusammenarbeit der Städte bei der Wirtschaftsförderung schon seit Jahren gefordert. Die Planung von interkommunalen Gewerbegebieten ist nur ein Teil davon. Es gelte darum, Unternehmen im Kreis zu halten.

CDP Bharat Forge hatte bereits mit einer Lösung in Halver geliebäugelt, die aber dann doch verworfen. Gevelsberg hat noch einen weiteren Vorteil für das Unternehmen. Das neue Zweigwerk liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Autobahnkreuzes Wuppertal-Nord. „Das ist sicherlich auch ein Vorteil für uns“, meint Rüdiger Muylkens.