Catharina-Rehage-Haus steht im Rohbau

Blick auf den Rohbau vom Lebenshilfe-Center aus: Gut zu erkennen ist die große Terrasse auf der linken Seite. Die Mauerflächen darunter werden später verschiefert. Am hinteren Gebäudeteil wurde bereits mit den Richtarbeiten begonnen.
Blick auf den Rohbau vom Lebenshilfe-Center aus: Gut zu erkennen ist die große Terrasse auf der linken Seite. Die Mauerflächen darunter werden später verschiefert. Am hinteren Gebäudeteil wurde bereits mit den Richtarbeiten begonnen.
Foto: WP

Schwelm..  Der milde Winter und das gute Zusammenspiel der Gewerke auf der Baustelle machten es möglich: Keine fünf Monate nach Grundsteinlegung ist der Rohbau des neuen Catharina-Rehage-Hauses der Lebenshilfe so gut wie abgeschlossen. Das Richtfest steht unmittelbar bevor. Gefeiert wird am 4. März.

Klaus Lange als ausführender Architekt und Lebenshilfe-Geschäftsführer Rainer Bücher sind sichtbar zufrieden. Wegen des schnellen Baufortschrittes, wegen der konstruktiven Atmosphäre während der gesamten Planungs- und Bauzeit und weil das Haus bereits vor Fertigstellung schon überregional Beachtung findet, wie Bücher berichtet.

Für ältere Menschen mit Behinderung

Das Catharina-Rehage-Haus ist eine Einrichtung für ältere Menschen mit einer geistigen Behinderung. Sie werden hier wohnen und ihre Freizeit verbringen können. Der Einzugstermin ist, wenn alles so reibungslos weiterläuft, für Anfang, Mitte November geplant. Neben festen Unterkünften für 18 Personen gibt es weitere vier Plätze für Kurzzeit-Gäste und einen offenen Bereich mit Angeboten, in dem auch ältere Behinderte, die nicht im Haus wohnen, willkommen sind. Mit diesem speziellen Angebot betritt nicht nur die Lebenshilfe Ennepe-Ruhr/Hagen Neuland. Es gibt in ganz NRW nahezu nichts Vergleichbares.

Und das „Unvergleichbare“ auf dem rückseitigen Teil des Lebenshilfe-Grundstückes an der Hauptstraße nimmt immer mehr an Formen an. Das Mauerwerk für alle drei Etagen steht. Im hinteren Teil des Gebäudes wird sogar schon gerichtet. Das Haus bekommt später ein leicht geneigtes Flachdach.

Gut zu erkennen ist inzwischen auch die große Terrasse über dem Untergeschoss, wo später der offenen Bereich mit Sanitäranlagen und Hauptküche untergebracht sein wird. Im Untergeschoss wird übrigens ein so großer Raum zur Verfügung stehen, dass die Lebenshilfe hier künftig ihre größeren Veranstaltungen abhalten kann. Zurzeit gibt es dafür nur den leicht beengten Saal im Dachgeschoss des Christian-Ehlhardt-Hauses. Der neue Raum soll auch Trainingsort der Tanzgruppen der Lebenshilfe werden. „Wir wollen ihn multifunktional nutzen“, so Rainer Bücher.

Auf lange, öde Gänge verzichtet

Die Zimmer für die Menschen, die im Haus wohnen, befinden sich im ersten und im zweiten Geschoss. Auch sie sind im Rohbau komplett fertiggestellt. Es gibt zwölf rollstuhlgerechte Zimmer (je 16 Quadratmeter Wohnfläche plus sechs Quadratmeter WC) und zehn barrierefreie Zimmer (15 qm plus 5 qm WC). Bei der rollstuhlgerechten Ausstattung sind die Duschtassen und die Bewegungsflächen größer, die Alarmknöpfe anders platziert und die Waschbecken flacher, so dass man mit dem Rollstuhl darunter passt.

Bei den Fluren wurde bewusst auf lange Gänge, wie man sie aus Heimen oder öffentlichen Gebäuden kennt, verzichtet. Vorsprünge brechen immer wieder die Fluchten auf. „Das schafft mehr Wohnatmosphäre“, erklärt Geschäftsführer Bücher. Für Architekt Klaus Lange ist das ein wesentlicher Aspekt, was dieses Projekt von anderen unterscheidet: „Bei der Lebenshilfe wird bis ins letzte Detail auf die Qualität geachtet. Es geht nicht bloß um den Bau eines Heimes. Hier wird ein hochwertiges Zuhause geschaffen.“ Zurzeit beschäftige man sich damit, in welchem Farbton die Vorsprünge später gestrichen werden. Es liegen ein halbes Dutzend Entwürfe allein für diese Frage vor.

Fest steht bereits, wie das Catharina-Rehage-Haus später einmal von außen aussehen wird. Das Kunststoff-Dach wird zinkgrau, die Fassade bekommt einen weißen Anstrich und einzelne Teilflächen werden verschiefert – als Reminiszenz an den Bergischen Stil.

Das Grün, was dazu noch fehlt, soll die Bepflanzung bringen. Bereits in zwei Monaten will die Lebenshilfe neue Bäume auf der südwestlichen Seite setzen. Wie die Verbindungsfläche zwischen dem Neubau und dem Lebenshilfe-Center in der alten Villa später einmal aussehen wird, ist noch offen.

Auch wenn der Bau bisher reibungslos lief, die Anspannung bei den Verantwortlichen bleibt. „Wenn wir mit dem Innenausbau beginnen, sind sieben, acht Firmen gleichzeitig auf der Baustelle“, erklärt Architekt Klaus Lange. Das sei für ihn die kniffligste Phase des Projektes.

Am Bau des Catharina-Rehage-Hauses sind insgesamt 18 Unternehmen mit 24 Gewerken beteiligt. Bis auf eine Firma aus Arnsberg stammten sie alle aus der Region, erklärten Lange und Bücher. Darauf habe man bei der Vergabe Wert gelegt.