Bürger sollen sich mit einbringen können

Der Sportplatz Wilhelmshöhe soll bebaut werden. Die Zufahrt zu dem neuen Baugebiet erfolgt über die Grothestraße.
Der Sportplatz Wilhelmshöhe soll bebaut werden. Die Zufahrt zu dem neuen Baugebiet erfolgt über die Grothestraße.
Foto: WP

Schwelm..  Zwei zentrale Themen beschäftigte die Politik in der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (AUS). Ein neues Baugebiet, das auf dem Sportplatz Wilhelmshöhe entstehen soll und die Neufassung der Altstadt-Satzung aus dem Jahr 1979, die zu einer Gestaltungssatzung umgewandelt werden soll.

Bebauungsplan Wilhelmshöhe

Die Anwohner an der Grothestraße, Max-Klein-Straße und Drosselstraße dürfen sich schon einmal auf neue Nachbarn einrichten. Die Stadt will den Sportplatz zu Bauland umwandeln und verkaufen. Dazu ist ein Bebauungsplan, genannt „Wilhelmshöhe“, im „beschleunigten Verfahren“ in Vorbereitung. Das Gremium stimmte einstimmig (mit einer Enthaltung) für die Beschlussvorlage der Verwaltung, die Beteiligung der Öffentlichkeit, weiterer Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchzuführen. Das letzte Wort hat der Rat der Stadt in seiner Zusammenkunft am 26. Februar.

Es handelt sich um eine ca. 6000 qm große Fläche, die überbaubare Grundfläche beträgt ca. 2400 qm. Die Gebäudehöhe beträgt maximal 8,50 Meter, es sind höchstens zwei Vollgeschosse zulässig. Die Erschließung soll über eine Einbahnstraßenregelung über die Grothe­straße mit Ausfahrt über die Drosselstraße erfolgen. Die Gibelhöhen orientieren sich am Höhenprofil der Drosselstraße. „Wir nähern uns letztendlich dem ursprünglichen Gelände an. Der Sportplatz ist in das Gelände eingegraben worden“, so Egbert Lethmate von der Stadtplanung. Uwe Weidenfeld (Grüne) wollte wissen, warum nicht eine verdichtetere Bebauung (beispielsweise GFZ von 1,1 statt wie geplant 0,9) vorgesehen sei . „Wir haben vor, ein hochwertiges Wohngebiet mit hochwertigem Anspruch zu entwickeln“, so die Antwort von Egbert Lethmate. Die Frage des Kommunalpolitikers, ob in dem neuen, reinen Wohngebiet auch nichtstörendes Gewerbe möglich sei, wolle er prüfen.

Gestaltungssatzung

In dem neuen Wohngebiet ist die höchstzulässige Zahl der Wohnungen je Gebäude auf max. zwei Wohneinheiten begrenzt. Gebaut werden dürfen Einzel- und Doppelhäuser.

Dreh- und Angelpunkt der ausgiebigen Diskussion war die Beteiligung der Öffentlichkeit. „Uns ist es wichtig, dass vor Satzungsbeschluss die Öffentlichkeit befragt wird“, begründete Heiko Beckmann den von der FDP eingebrachten Antrag. Die Öffentlichkeit war auch den übrigen Fraktionen wichtig, doch über den von den Liberalen vorgeschlagenen Weg der Bürgerbeteiligung im Rahmen einer Einwohnerversammlung herrschte Uneinigkeit. „Wir tagen öffentlich, die Diskussion ist öffentlich“, sah nicht nur Bürgermeister Jochen Stobbe die Öffentlichkeit hergestellt. Der Antrag wurde schließlich auch in Anbetracht der Tatsache zurückgezogen, dass es sich um die Einbringung der Neufassung der Gestaltungssatzung handelte und die inhaltliche Diskussion am 14. April im AUS und am 16. April im Hauptausschuss erfolgen wird. Mit der (räumlich enger als ursprünglich die Altstadtsatzung) gefassten Gestaltungssatzung solle der Regelungscharakter zurückgefahren werden. „Der Denkmalschutz steht über der Gestaltungssatzung“, stellte Egbert Lethmate aber klar.