Brauerei-Brache wird ab Sommer 2016 bebaut

Architekt Klaus Lange, Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Euroconcept-Geschäftsführer Guido Layer (von links) sind froh, dass allem Anschein nach nun bald die Arbeiten auf der Brauerei-Brache starten werden.
Architekt Klaus Lange, Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Euroconcept-Geschäftsführer Guido Layer (von links) sind froh, dass allem Anschein nach nun bald die Arbeiten auf der Brauerei-Brache starten werden.
Foto: WP

Schwelm..  Die Bagger rückten der ehemaligen Brauerei im Juli 2012 zu Leibe. Seitdem ist auf dem Gelände nicht viel passiert, aber vor allem auf politischer Ebene flogen die Fetzen. Nicht zuletzt deshalb ist mit Prognosen bei diesem Thema Vorsicht geboten, doch seit gestern scheint sicher: Im Sommer legen die Arbeiter los, läuft alles nach Plan, wird der neue Komplex zwei Jahre später eröffnen. Das gaben Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Guido Layer, Geschäftsführer der Eigentümerin Euroconcept GmbH, im Rathaus bekannt.

Rückblick: Die Ratsfraktionen lagen sich beim Thema Brauerei derart in den Haaren, dass der Schwelmer Unternehmer Burkhard Pass, der das Gelände von Dr. Rolf Lohbeck gekauft hatte, entnervt abwinkte und an die Euroconcept GmbH mit Sitz in Konstanz veräußerte. Der Schwelmer Architekt Klaus Lange, der bereits für Pass geplant hatte, ist seitdem für Euroconcept tätig. Und auch hier lief bei Weitem nicht alles so, wie sich die neuen Besitzer das vorgestellt hatten.

Nach monatelanger Verzögerung scheinen nun aber alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt. Der größte Knackpunkt waren die Auflagen der Oberen Denkmalschutzbehörde in Münster. Thomas Michalski von der Stadt Schwelm vermittelte immer wieder, bis die Probleme ausgeräumt waren. So werden nun an den denkmalgeschützten Teilen keine Balkone angebracht. „Wir verringern die Wohnfläche und werden Loggien einbauen“, sagt Guido Layer. Ebenfalls gelöst: Die Frage, wie es mit der so genannten Laterne, der Teil des Obergeschosses, an dem heute noch das ovale Brauerei-Logo hängt, weitergeht. „Wir werden diesen Teil abreißen und genau so wieder aufbauen“, sagt Klaus Lange.

Parkplatzproblem ist gelöst

Eingeständnisse machte die Euroconcept bei den lange diskutierten Abstandsflächen zu den angrenzenden Gebäuden und wird nun weniger bebauen, als anfänglich geplant. Eine Lösung haben Stadt und Besitzer zudem bei der Frage der zu wenig vorhandenen Stellplätze gefunden. „Die Stadt wird ein eigenes Grundstück zur Verfügung stellen, auf dem Euroconcept auf eigene Kosten 30 bis 35 Parkplätze realisieren wird“, sagt Gabriele Grollmann. Bei diesem Grundstück soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um den Grünstreifen des Wilhelmsparkplatzes handeln, was die Beteiligten gestern jedoch nicht kommentieren wollten. Zudem konnten Plätze durch die ÖPNV-Anbindungen und Doppelbelegungen kompensiert werden. Des Weiteren wird Euroconcept die Tiefgarage um 24 Plätze auf knapp 100 erweitern.

Nun ist die Stadt am Zug, den dreiteiligen Bauantrag zu bearbeiten. „Es fehlen noch Gutachten zu Emissionsschutz und zum Brandschutz, das sind aber Kleinigkeiten“, sagt der 1. Beigeordnete der Stadt, Ralf Schweinsberg. Zudem seien die Details des städtebaulichen Vertrags zur Zufriedenheit aller geklärt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Ratsherren und -frauen gehen alle Parteien von einem Baubeginn im Sommer diesen Jahres aus. „Die Bauzeit wird etwa 24 Monate betragen“, sagt Guido Layer und rechnet daher aktuell mit einer Eröffnung im Sommer 2018.

Dann wird er ein schlüsselfertiges Objekt weiterverkaufen. „Wir haben einen Investor an der Hand, der das Komplettpaket übernehmen will.“ Heißt: Auch voll vermietet, denn die Vermarktung der Geschäfts- und Wohnflächen übernimmt Euroconcept bereits jetzt.

Druck auf Immobilienbesitzer

Unter den Interessenten befinden sich auch Einzelhändler aus der Fußgängerzone. Die Schwelmer Verwaltungsspitze hofft darauf, dass dadurch Immobilienbesitzer in der Innenstadt in ihre Gebäude investieren, um der Konkurrenz gewachsen zu sein. Schließlich ist längst nicht jedes Ladenlokal barrierefrei, einige Schaufenster verdienen mit Blick auf die Größe der Glasfläche diesen Namen überhaupt nicht.

Das Objekt sei für Euroconcept weiterhin rentabel, betont der Geschäftsführer, auch wenn die Planungs- und Baukosten von anfänglich erdachten 25 Millionen nun auf knapp 35 Millionen gestiegen sind.

So blicken alle Beteiligten optimistisch in die Zukunft und betonen die „konstruktive und zielführende Gesprächsatmosphäre der vergangenen Wochen.“ Auf die Frage, ob er nach dem langen Hin und Her erneut in Schwelm investieren würde, antwortet Guido Layer: „Ganz entschieden: ja. Gut Ding will schließlich Weile haben.“