Blutspender lieben die Stadtsparkasse

Der alte, neue Spendeort bietet Vorteile: Darüber freuen sich DRK-Teamleiterin Sabine Liermann und Sparkassen-Vorstand Michael Lindermann. Regelmäßiger Spender ist auch Dr. Arthur Dahlbüdding.
Der alte, neue Spendeort bietet Vorteile: Darüber freuen sich DRK-Teamleiterin Sabine Liermann und Sparkassen-Vorstand Michael Lindermann. Regelmäßiger Spender ist auch Dr. Arthur Dahlbüdding.
Foto: WP

Schwelm..  Der medizinische Fortschritt macht’s möglich. Es werden nicht mehr so viele Blutkonserven benötigt wie früher. Für den DRK-Blutspendedienst bedeutet dies: Wenig lukrative Spenderorte können aufgegeben, die Zahl der Spendetermine runtergefahren werden. In Schwelm ist dies mit Beginn des Jahres geschehen.

Das DRK hat zum Jahreswechsel die Zahl der Blutspendetermine in der Kreisstadt von 12 auf 8 reduziert. Weggefallen ist das Kreishaus als Blutspende-Standort (bisher 4 Termine pro Jahr). Es hat sich – vor dem Hintergrund der sinkenden Bedarfe in den Krankenhäuser – fürs DRK nicht wirklich gerechnet. Nur 50 Spender kamen zuletzt im Schnitt. Der Termin im Dezember fiel bereits aus.

Die Aufgabe des Kreishauses als Spenderort fiel dem DRK-Blutspendedienst auch deswegen nicht schwer, weil die Sparkasse Schwelm, nur dreihundert Meter Luftlinie entfernt, seit Anfang des Jahres wieder Blutspende-Standort ist.

Das DRK hatte dort schon bis zum Sparkassen-Umbau Spenderaktionen durchgeführt und mit im Schnitt 160 Spendern eine überdurchschnittlichen Beteiligung erzielt. In der Event-Halle, wohin der Blutspendedienst im Jahr 2012 wegen des Umbaus auswich, sank die Spenderzahl auf 80, ehe sie nach dem Wechsel ins Ibach-Haus wieder auf 120 anstieg. Von den Zahlen in der Sparkasse blieb das meilenweit entfernt.

Das Haupthaus des Schwelmer Geldinstitut ist einer der am besten funktionierenden Spenderorte in der Umgebung überhaupt. Zentral gelegen, leicht erreichbar und mit viel Laufpublikum. Die Sparkasse stellt ihren Veranstaltungsraum im Obergeschoss übrigens kostenlos zur Verfügung – laut DRK keine Selbstverständlichkeit.

117 Spender zur Premiere

Zur Premiere nach der Rückkehr in die Sparkasse, am vergangenen Montag, kamen 117 Spender. Das sei schon ein sehr guter Wert für den Anfang, erklärte DRK-Teamleiterin Sabine Liermann. Noch besser aber: Es kamen sieben Erstspender.

„Das ist das gute hier in der Sparkasse“, berichtet DRK-Pressereferent Christof Freisen. „Es kommen Menschen vorbei, die im Foyer das Aktionsschild sehen und sich spontan zur Blutspende entscheiden.“ Das sei bei weniger zentral gelegenen Spenderorten so nicht der Fall. „Dort kommen Spender hin, die von uns angeschrieben wurden oder davon in der Zeitung gelesen haben.“

Das Deutsche Rote Kreuz wird in Zukunft also nur noch achtmal pro Jahr Blutspendetermine in Schwelm anbieten. Viermal in der Sparkasse und viermal in der Gustav-Heinemann-Schule, wohin im Schnitt 90 bis 130 Spender kommen.

Doch die nächste Veränderung ist schon absehbar. Die Hauptschule läuft aus, und was dann mit dem Blutspendeort wird, ist laut DRK noch offen. Man werde sich wohl einen anderen Standort suchen müssen, erklärte Christof Freisen. Gesucht werde auf jeden Fall einer in der Nähe. Drumherum lägen schließlich die einwohnerstarken Wohngebiete.

Nicht nur in Schwelm hat das DRK sein Blutspendenetz auf den Prüfstand gestellt. Auch in Gevelsberg gab es im vergangenen Jahr eine Veränderung. Statt in der Grundschule Vogelsang werden die Spender nun im Bürgerhaus Alte Johanneskirche zur Ader gelassen (4 mal pro Jahr bei durchschnittlich 70 Spendern). Als Spenderorte geblieben sind das Zentrum für Kirche und Kultur (4 mal pro Jahr/110 bis 120 Spender) und das Pfarrheim Liebfrauen (4 mal/120 Spender).

Keine Veränderung gab es hingegen in Ennepetal. Hier blieb es bei den Blutspende-Standorten in Milspe (110 bis 120 Spender), Rüggeberg (60 bis 70) und Voerde (150 bis 160). An jedem Standort finden pro Jahr vier Termine statt. „Das wird auch so bleiben“, erklärte Freisen.

Das DRK werde auch weiterhin flächendeckend Blutspendeaktionen durchführen, versicherte der Pressereferent. Allein schon deshalb, weil die Tatsache, dass insgesamt weniger Blutkonserven benötigt würden, außer Acht lasse, dass für die einzelnen Blutgruppen immer wieder mal mehr Konserven gebraucht würden, als in den Blutdepots vorhanden. „Der Blutspender wird weiter benötigt“, appelliert Freisen daher an die Bereitschaft zur Hilfe.