„biw“ investiert zwölf Millionen Euro

Zwei Generation gemeinsam für die Zukunft: Geschäftsführer und Gesellschafter Ralf Stoffels, Sohn Lutz Stoffels, Justus Wiethoff und Vater sowie Geschäftsführer Dr. Markus Wiethoff.
Zwei Generation gemeinsam für die Zukunft: Geschäftsführer und Gesellschafter Ralf Stoffels, Sohn Lutz Stoffels, Justus Wiethoff und Vater sowie Geschäftsführer Dr. Markus Wiethoff.
Foto: WP

Ennepetal..  Auch wenn die Phrase ausgelutscht ist, hier passt sie: Stillstand ist Rückschritt. Deshalb ist die Firma biw ständig in Bewegung, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen – auf allen Ebenen: Millionen-Invest in Steine, einen eigenen Facharbeiterbrief und die vorbildliche Ansage: Wir wollen möglicht keine Leiharbeiter mehr, sondern Festangestellte. Gleichzeitig bereiten Gesellschafter Ralf Stoffels und Geschäftsführer Dr. Markus Wiethoff die Stabsübergabe an die nächste Generation vor.

Ständige Expansion

Ein stolzes Paket, das das „biw“-Führungsduo – sonst nicht für offensive Pressearbeit bekannt, was Firmenangelegenheiten angeht – dort geschnürt hat. Die sichtbarste Veränderung ist daher genau genommen auch bereits die dritte ihrer Art. Denn für zwölf Millionen Euro wird unter Federführung des Architekten-Teams Udo Wilde und Lars Wehnau auf dem letzten noch verbliebenen freien Firmengrundstück ein neuer, viergeschossiger Bau errichtet. In den neuen Räumen werden Teile der Produktion angesiedelt. Außerdem dehnt Stoffels die Entwicklungsabteilung aus, die dort ebenfalls arbeiten wird, um die 2500 Kunden, die 145 000 Produkte geliefert bekommen, weiterhin individuell bedienen zu können.

Es ist bereits das dritte Bauprojekt innerhalb von fünf Jahren. Aktuell wird eine Halle direkt neben dem Stammbau fertiggestellt. „Wir können uns nur in direkter Nachbarschaft ausdehnen, um Produktionsabläufe weiter zu gewährleisten und zu optimieren“, sagt Ralf Stoffels, der sich daher mit Dr. Markus Wiethoff bereits zum zweiten Mal zu einem besonderen Schritt entschlossen hatte. Sie kauften ein Gelände in der Erweiterung des Gewerbegebiets Oelkinghausen und überzeugten ihr Nachbarunternehmen davon, dorthin umzusiedeln. „Das sind zwar teure Angelegenheiten, aber es hat sich gelohnt“, sagen die biw-Macher unisono.

Und das bereits zum zweiten Mal. Denn auch das Gebäude, in dem zusätzlich zu Firmenräumen noch die Geschäftsstelle der SIHK untergebracht ist, wurde auf einem so erworbenen Grundstück errichtet. Zusammen hat das Unternehmen in diese drei Maßnahmen etwa 25 Millionen Euro während der vergangene fünf Jahre investiert. Dazu kommen jährliche Investitionen in den Maschinenpark von etwa drei Millionen Euro.

Keine Leiharbeit mehr

Gleichzeitig ist aber auch klar: Das wichtigste Kapital einer Firma sind die Angestellten. Und da rollen große Herausforderungen auf mittelständische, international tätige Unternehmen wie biw zu. „Es ist nicht leicht, Menschen für Unternehmen zu begeistern, deren Produkte wenig bekannt sind“, sagt Stoffels. Gleichwohl sind die Silikon-Teile in fast allen Autos, den Airbus-Flugzeugen und bald auch im ICE verbaut. Um Fachkräfte zu bekommen und zu halten, gehen die Verantwortlichen außergewöhnliche Wege. Zum einen wollen sie einen hausinternen Facharbeiter-Brief einführen.

Mit diesem Projekt ist Lutz Stoffels betraut, Sohn des Inhabers und aktuell Management-Student. Gemeinsam mit Justin Wiethoff, der aktuell eine Ausbildung im Betrieb macht, soll er einmal die Geschicke der Firma lenken.

Dann werden dort wohl fast ausschließlich festangestellte Kräfte arbeiten. Denn „biw“ will keine Leiharbeiter mehr. „Nach spätestens einem Jahr soll jeder, der zu uns passt, eine Festanstellung erhalten. Wir brauchen motivierte Mitarbeiter, die sich mit uns identifizieren und keine Zwei-Klassen-Gesellschaft“, sagt Ralf Stoffels. Dieser Prozess ist in vollem Gange. Genau wie die Planungen für die neue Halle, die bis Ende 2016 in Betrieb genommen werden soll.