Bike-Parcours – Forstamt drückt kein Auge zu

Mountainbiker haben im Wäldchen am Höhenweg ohne Genehmigung ein ca 30 mal 50 Meter großes Areal zu einem Pumptrack umgestaltet.
Mountainbiker haben im Wäldchen am Höhenweg ohne Genehmigung ein ca 30 mal 50 Meter großes Areal zu einem Pumptrack umgestaltet.
Foto: WP

Schwelm.. Das Forstamt Ruhrgebiet wird bei dem ungenehmigt angelegten Mountainbike-Parcours im Wäldchen am Höhenweg kein Auge zudrücken. Die Behörde werde zwar keinen Druck ausüben, wie es dort hieß, möchte von der Stadt als Eigentümerin der Grünfläche aber demnächst eine Lösung vorgelegt bekommen, wie der Schaden an der Waldfläche beseitigt beziehungsweise ausgeglichen werden kann.

Nach Auskunft von Uwe Spelleken, dem Leiter des Fachgebiets Hoheit beim Forstamt, habe man sich im Gespräch mit der Stadt darauf verständigt, in nächster Zukunft eine verbindliche Aussage zu bekommen, wie die Stadt mit dem auf ihrem Gelände entstandenen Schaden umzugehen gedenkt. „Es liegt keine Eile vor, das Kind ist schließlich in den Brunnen gefallen“, sagt Spelleken. Doch spätestens in zwei, drei Monaten werde man nachhaken.

Zur Erinnerung: Eine Gruppe von Mountainbikern hatte im Wäldchen am Höhenweg abseits der offiziellen, 2008 eröffneten Mountainbike-Strecke, ohne Erlaubnis und in fünf Jahren in zum Teil aufwändiger Handarbeit eine so genannte Pumptrack-Strecke errichtet. Dazu rodeten die Biker eine etwa 30 mal 50 Meter große Fläche und gestalteten das Gelände zu ihren Zwecken um. Wo einst Sträucher und Büsche wuchsen, befinden sich nun Sprunghügel, Buckelpisten und Steilkurven. Die Anlage ist unter Mountainbikern beliebt.

Kosten über mehrere Tausend Euro

Zu einem Fall für die Behörden wurde der illegale Parcours, als das Forstamt als Aufsichtsbehörde in diesem Frühjahr davon erfuhr und die Stadt als Eigentümerin der Fläche vor die Wahl stellte: Entweder die umgestaltete Fläche wieder zu einem Wald aufzuforsten oder an anderer Stelle gleichwertigen Wald-Ersatz zu schaffen. Die Kosten für die Aufforstung werden vom Forstamt auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Die Stadt steckt damit in einer unglücklichen Situation. Sie muss sich mit drohenden Ausgaben befassen, für die sie nicht verantwortlich ist, und kann für den Schaden noch nicht einmal irgendjemanden haftbar machen.

Der Verwaltung sind zwar Mountainbiker bekannt, die über alle Hintergründe informiert sind. Es gab Anfang April ein Gespräch mit ihnen im Rathaus. Doch niemand der Biker sagt, dass er dabei war, also für den Schaden eintritt. Es stecke kein Verein oder ähnliches dahinter, an den man sich halten könne, beschrieb Bürgermeister Jochen Stobbe schon im März das Dilemma.

Die Biker hatten im Gespräch mit unserer Redaktion Ende März zumindest ihre Bereitschaft signalisiert, mitzuhelfen, den Schaden möglichst zu beseitigen beziehungsweise klein zu halten. Denkbar ist auch ein teilweiser Rückbau des Pumptracks, womit die Biker nach eigener Aussage von Frühjahr leben könnten und was die Kosten für eine entsprechend kleinere Ersatzfläche drücken würde, wie das Forstamt bestätigte.

Offen ist, ob die Stadt die gesamte Fläche wieder aufforstet oder nur einen Teil, oder ob sie einen Ersatzwald an anderer Steller aufforstet. Die Entscheidung darüber wird der neue Rat zu treffen haben. Die Stadt bat im Gespräch mit dem Forstamt vor Wochen um Verständnis, vor der Kommunalwahl keine Lösung präsentieren zu können. Das habe man akzeptiert, erklärte Uwe Spelleken. Gleichwohl muss die Stadt in absehbarer Zeit ihre Lösung vorlegen. Aus dem Rathaus hieß es am Mittwoch, man werde sich nächste Woche dazu äußern.