Bewusster durch den Straßenverkehr mit Car-Sharing

Gevelsberg..  Im Durchschnitt fährt man mit seinem Auto am Tag eine Stunde. Es ist kein Fahr-, sondern ein Stehzeug. Immer mehr Leute entscheiden sich aus diesem und vielen anderen Gründen zum Car-Sharing also zum Teilen eines Autos mit anderen. In ganz Deutschland teilen sich mittlerweile eine Millionen Leute ihre Autos auf die Unterschiedlichste Art und Weise. Der Ortsverband der Grünen sieht an dem Model Car-Sharing auch eine Möglichkeit für die Stadt und hat aus diesem Grund Michael Ronnefeld vom Verein für „Anderes Mobilsein e.V.“ aus Herdecke eingeladen.

Günstige Alternative

Der Verein betreibt seit einigen Jahren die Aktion „Statt-Auto Herdecke“. Dafür stehen vier Autos an gut erreichbaren Standorten in der Stadt bereit, damit Gelegenheitsfahrer oder Familien die immer mal einen Zweitwagen brauchen, eine günstige Alternative zum eigenen Auto finden können. Denn günstiger ist Car-Sharing allemal. „Es hängt ganz individuell von der Person ab, wie viel man im Monat zahlt aber der Preis unserer Mitglieder liegt so bei 35 Euro“, erklärt Ronnefeld. Der Preis wird abhängig von der Zeitspanne, in der man das Auto nutzt und der Strecke berechnet. Der Fahrer zahlt nur dann, wenn er das Auto auch nutzt. „Viele Autobesitzer zählen nur die Benzinkosten zu ihren laufenden Ausgaben, aber was auch dazu gehört sind Zeitaufwand, Reparaturen und auch der Wertverlust des Autos“, sagt Ronnefeld. Bei „Statt-Auto Herdecke“ müssen sich die Fahrer nur ums Fahren.

Online können die Mitglieder das Auto, das sie für einen bestimmten Zeitraum benötigen, buchen. Das auch ganz spontan. „Jeder unserer Mitglieder hat alle Autoschlüssel immer in seiner Tasche“, sagt Ronnefeld, „Eine Chipkarte, die als Schlüssel einsetzbar ist oder aber den Zugangscode für einen Tresor um das Auto zu öffnen.“ Was das Car-Sharing von Autovermietungen oder einer Mitfahrzentrale unterscheidet, ist dass die Mitglieder ein Auto schon ab einer halben Stunde buchen können und es auch mal für den kurzen Weg zur Eisdiele oder ins Kino einsetzen.

Ronnefeld schätzt die langzeitige Wirkung die Car-Sharing auf die Mitglieder habe: „Am Ende des Monats bekommt man bei uns eine Rechnung mit allen aufgelisteten Fahrten und viele sehen, wie viel sie die Fahrt in die Eisdiele kostet. Wenn sie Zahlen sehen, überdenken viele ihre Fortbewegung nochmal.“ Sie würden stattdessen das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. „Statt-Auto Herdecke“ ist nur eine Möglichkeit um Car-Sharing zu verwirklichen. Vor über zehn Jahren hat es auch in Gevelsberg schon mal ein geteiltes Auto gegeben.

Verkehr ökologisch machen

„Das Auto stand am großen Markt und war ein gestelltes Privatauto, das genutzt werden konnte, aber dann hat es einen Unfall gegeben und die Aktion hat sich aufgelöst“, erinnert sich der Sprecher des Ortsvereins der Grünen Achim Oldenbüttel. Er befürwortet Car-Sharing und würde es in Gevelsberg gerne wieder aufleben lassen: „Das kann eine Organisation wie ,Statt-Auto Herdecke’ sein, oder ein nachbarschaftliches Auto oder welche Ideen unsere Bürger noch haben – damit machen wir den Verkehr ökologisch.“