Bewerbung für Leader-Projekt steht

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Ennepetal..  Das Leader-Projekt ist auf die Zielgerade eingebogen. Nach Konzeptionstreffen in allen beteiligten Städten fand am Montagabend im „Haus Ennepetal“ die Abschlussveranstaltung der Förderbewegung statt. Im gut gefüllten großen Saal waren rund 150 Besucher aus Verwaltung, Vereinen und Bürgerschaft zusammen gekommen, um der zweistündigen Präsentation durch den Breckerfelder Projektkoordinator Dr. Jürgen Schewe zu lauschen.

Aufbruchsstimmung

Unter dem Regionsverbindenden Credo „GemeinsaM“ präsentierte der Berater mit „Ennepe.Zukunft.Ruhr“ den prägnanten Titel der Bewerbung. „Aufbruch der Region zwischen Ennepe und Ruhr“ lautet der Untertitel. Im Anschluss an einen Rückblick auf die gemeinsame Besichtigungstour, die von Christoph Böll zu einem unterhaltsamen Video konzipiert wurde, stellte Schewe die schon weit vorangeschrittene Entwicklungsstrategie vor.

Abgesehen von einigen Ergänzungen muss das Konzept nun innerhalb der nächsten beiden Wochen ausformuliert werden. Der Abgabetermin ist auf Rosenmontag, den 16. Februar, datiert. „Ich weiß zwar nicht, wer sich dann in Düsseldorf damit befassen will“, schmunzelte Schewe und ergänzte, dass er jedoch optimistisch sei, dass es mit einer Förderung klappen würde.

Die Bewerbung ist in fünf Handlungsfelder unterteilt, die da wären „Zukunfts-Orte“, „Geo-Natour“, „Wirtschafts-Leben“, „Sozial-Kultur“ und „Regional-Blick“. Sämtliche Strategiethemen werden als Eyecatcher mit den Worten „Ennepe“ und „Ruhr“ eingerahmt. „Im Vordergrund steht der gemeinsame Wunsch, in einer Region mit bisher eher latent vorhandenen Verbindungen nachhaltig einen Qualitätssprung zu vollziehen und die Region zukunftsfähig zu gestalten“, formulierte Schewe den regionsverbindenden Grundsatz der Bewerbung.

„Die aktuelle Intensität zeigt, dass man mit Recht von einer Aufbruchsstimmung sprechen kann“, lobte der Leader-Frontmann. Knapp 40 konkrete Ideenvorschläge sind inzwischen eingegangen und bilden die einzelnen Puzzleteile der Gesamtbewerbung. Für die beiden involvierten Städte des Südkreises stechen hierbei Projekte wie der barrierefreie Parkplatzausbau der Sportanlage Silschede, der Bau einer Aussichtskanzel an der Burger Mäanderschlaufe sowie die Entstehung eines multifunktionalen Geoparkcenters am „Haus Ennepetal“ im Fokus. „Das Geoparkcenter soll von der überregional bekannten Kluterthöhle profitieren können. Hierbei sollen geologische Besonderheiten des Devon-Karbon-Lands aufgezeigt werden und auch außerschulischen Lernangeboten dienen“, erläuterte Schewe eines der Flaggschiffe der Bewerbung.

Geopark am Haus Ennepetal

Neben diesen Einzelideen gibt es zahlreiche städteübergreifende Konzepte wie zum Beispiel die Gestaltung der Radtrassen. Weitere Inhalte könnten die Entstehung von Tourismusbüros, eine Onlineplattform für Unternehmer oder eine Info-Kartierung im Stile eines „Regional-Wikis“ darstellen. Außerdem könnte die Region in den Genuss von historischen Regionalprojekten, Schmiedefesten, Aussichtsplattformen, der Ausweitung von Wander- und Pilgerwegen, der Gewinnung regenerativer Energien, der Freilegung von Geotopen, regionalen Kulturtagen sowie von Naturerlebnistagen für die hiesigen Kindergärten und Grundschulen kommen.

Was davon konkret umgesetzt wird und was finanziell von der erhofften Fördersumme in Höhe von 2,3 Millionen Euro zu stemmen ist, wird erst im Erfolgsfall entschieden. „Jedes Jahr gibt es eine Zwischenstandsanalyse, in der die Situation überprüft wird und durchaus um weitere Ideen ergänzt werden kann“, erklärte Schewe.

22 bis 24 der insgesamt rund 40 eingegangenen Bewerbungen erhalten den Zuschlag. Mit einer Entscheidung sei wohl nicht vor Juni zu rechnen, erklärte Schewe und nannte für das weitere Vorgehen schon jetzt die Initiierung einer lokalen Aktionsgruppe sowie den Einsatz eines Projektmanagers als erforderliche Maßnahmen.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen geht zwar fest vom Erfolgsfall aus, doch sieht er auch im Falle eines Scheiterns der Bewerbung schon jetzt einen großen Gewinn für die Region. „Ich bin positiv überrascht, dass sich so viele Bürger beteiligen und ein richtiges Wir-Gefühl herüberkommt“, zieht Wiggenhagen eine positive Zwischenbilanz.