Bewegung beim illegalen Mountainbike-Parcours

Unbekannte haben ein ca 30 mal 50 Meter großes Areal im Wald, unmittelbar an der Mountain-Bike-Strecke, umgestaltet.
Unbekannte haben ein ca 30 mal 50 Meter großes Areal im Wald, unmittelbar an der Mountain-Bike-Strecke, umgestaltet.
Foto: WP

Schwelm..  Monatelang passierte nichts rund um den illegal errichteten Mountainbike-Parcours im städtischen Wäldchen am Höhenweg. Nun scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Nach Mitteilung des Landesforstamts will sich die Stadt Schwelm innerhalb der nächsten drei Wochen erklären, was mit der umgestalteten Fläche im Wäldchen passiert.

Dies habe die Stadt der Landesbehörde in einem kürzlich geführten Gespräch zugesichert, hieß es am Montag beim Landesforstamt. Die Stadt selbst äußerte sich gestern nicht dazu. Als Möglichkeiten in Betracht kommen der Rückbau der etwa 30 mal 50 Meter großen Fläche in den ursprünglichen Waldzustand, die Umwandlung des zerstörten Waldbereichs in eine Freizeitfläche bei gleichzeitiger Schaffung einer Ausgleichsfläche oder – als Kompromiss – ein Teilrückbau mit entsprechend kleinerer Ausgleichsfläche.

In jedem Fall eine teure Geschichte

Was auch immer, es müsste von der Stadt beim Landesforstamt beantragt werden und zieht auf jeden Fall ein Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange nach sich. Anders gesagt: Untere Landschaftsbehörde und Natur- und Umweltverbände können ein Wörtchen mitreden.

Das Landesforstamt als Aufsichtsbehörde signalisierte am Montag, einer Genehmigung – egal für welche Lösung sich die Stadt Schwelm entscheidet – nicht im Wege zu stehen. Das Wäldchen am Höhenweg gilt aus Sicht der Behörde als nicht so wertvoll, dass eine Umwandlung als Freizeitfläche bei Schaffung einer Ausgleichsfläche an anderer Stelle undenkbar sei. Eine Aufforstung, egal ob im Wäldchen am Höhenweg oder einer Ausgleichsfläche, kostet voraussichtlich mehrere Tausend Euro. Dies geht aus Schätzungen des Landesforstamts hervor. Für die Stadt ist das mehr als ärgerlich. Sie hat als Eigentümerin zwar die Rechnung zu begleichen, den Schaden aber nicht verursacht.

Gebaut wurde der illegale Parcours von Mountainbikern, die auch die offizielle Strecke im Wäldchen am Höhenweg nutzen. Sie haben in mühevoller Handarbeit fünf Jahre lang wenige Meter von der offiziellen Strecke entfernt eine etwa 30 mal 50 Meter große Waldfläche gerodet, Boden ausgehoben und neu modelliert sowie einen Pumptrack errichtet. Im Februar vergangenen Jahres bekam das Landesforstamt als Aufsichtsbehörde Wind davon und verlangte von der Stadt, den Schaden zu beheben.

Die Hintergründe des Pumptracks-Baus wurden aus Gesprächen mit Mountainbikern bekannt. Sie sagten zwar, über alle Umstände Bescheid zu wissen, erklärten aber auch, nicht Verursacher zu sein. Genau das macht es für die Stadt so schwierig. Sie muss für den Schaden aufkommen, kann aber – Stand jetzt – niemanden haftbar machen. Bürgermeister Jochen Stobbe hatte mehrfach auf das Dilemma hingewiesen.

Vandalismus am Pumptrack

Unklar ist, wann und wie die Politik an der Entscheidung beteiligt wird. Offen ist auch, in welche Richtung die Fachverwaltung tendiert: Für eine Umwandlung des Pumptrack-Bereichs als Freizeitfläche bei Schaffung einer Ausgleichsfläche, für den kompletten Rückbau oder einen Teilrückbau. Das Rathaus war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unabhängig davon hat sich am Pumptrack ein Vandalismus-Fall zugetragen. Anwohner Günter Schürhoff berichtet von einer aufgebrochenen Werkzeugkiste. Drumherum im Gelände verstreut lagen Werkzeuge, Materialien und Müll. Die Stadt sicherte zu, sich darum zu kümmern und die Gegenstände aus dem Gelände zu entfernen. Was den illegalen Parcours und die Folgen betrifft, ist die Meinung von Schürhoff eindeutig: „Als aktiver Naturschützer stimmt mich der Pumptrack traurig, da es sich um einen illegalen Eingriff in die Natur handelt. Auf dem von der Humusschicht befreiten und verdichteten Lehmboden wird sich selbst bei Nichtnutzung Jahrzehnte lang keine Vegetation entwickeln können.“

Zur Schadensbehebung schlägt Schürhoff vor: „Uns allen ist die desaströse Haushaltslage der Stadt bekannt, aber man könnte doch den Erlös aus dem Verkauf des kürzlich geschlagenen Holzes (es lagern etliche Raummeter Buchenholz transportbereit neben der Straße) für eine Renaturierungsmaßnahme verwenden.“