Besser als in der City geht es kaum

Citymanager Frank Manfrahs berichtete vor dem Stadtrat.
Citymanager Frank Manfrahs berichtete vor dem Stadtrat.
Foto: WP

Gevelsberg..  Lediglich 2,65 Prozent der 226 Geschäfte in der Gevelsberger Innenstadt stehen leer. Diese stolze Zahl nannte Citymanager Frank Manfrahs in seinem Bericht vor dem Stadtrat. „Bei Leerständen unter drei Prozent sprechen wir Makler von einer Vollvermietung“, ordnete Wieland Rahn von der CDU das Zahlenspiel ein. Lob gab es auch von den anderen Fraktionen. „Besser geht es ja kaum“, meinte Gerd Vollmerhaus, Fraktionsvorsitzender der FDP.

Auch sonst durfte Manfrahs nur Erfolgszahlen verkaufen. Der Wert der Gutscheine, die im Namen des Stadtmarketing-Vereins Pro-City verkauft wurden, hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Grenze von 100 000 Euro überstiegen. Und in den ersten Wochen des Jahres habe ein Gevelsberger Unternehmen allein Pro-City-Gutscheine für 3000 Euro bestellt, um seinen Mitarbeitern bei Geburtstagen und Jubiläen damit eine Freude zu machen.

Die Zahl der Mitglieder von Pro-City sei um 14 auf 189 gestiegen. „Wir wollen in diesem Jahr die Grenze von 200 Mitgliedern überschreiten“, sagte Manfrahs. Das Ziel scheint erreichbar: Allein im Januar gab es drei neue Beitritte. Auch die Möglichkeit beim Einkaufsbummel in der Innenstadt kostenlos ins Internet zu schauen, werde angenommen. „Beim Gevelsberger Martinsmarkt hatten wir zeitgleich bis zu 200 Nutzer, die das WLAN-Angebot von Freifunk wahrgenommen hat“, berichtete der City-Manager.

Den Einzug eines Fitness-Centers in das ehemalige Horten-Kaufhaus sieht der Einzelhandels-Experte positiv: „Das bringt das Thema Freizeit in die Innenstadt.“ Auf Nachfrage von Vollmerhaus räumte Manfrahs allerdings ein, dass trotz eines „sehr attraktiven Branchenmix für eine Mittelstadt“ vielleicht die eine oder andere gehobenere Imbissstube zuviel auf der Mittelstraße angesiedelt sei: „Wenn ein Vermieter nervös wird, weil seine Räume zu lange leer stehen, dann können wir nicht viel machen.“ Die meisten Räumlichkeiten, die so genutzt würden, seien allerdings auch zu klein für ein Einzelhandelsangebot.

Nikolaus kommt mit Band

Neben den bewehrten verkaufsoffenen Sonntagen mit einem Erlebnisangebot soll es in diesem Jahr eine kleine Zugabe geben. Der 6. Dezember fällt auf einen Samstag und deshalb soll der Nikolaus an „seinem Tag“ sogar mit Band nach Gevelsberg kommen.

Mit dem Umbau der Mittelstraße sei Pro-City einst angetreten, der Marktführer unter den Einkaufsstädten im Süden des Ennepe-Ruhr-Kreises zu werden. Dass dies gelungen sei, daran habe niemand mehr einen Zweifel. Es geht also inzwischen darum, sich neue Ziele zu setzen: „Wir wollen über die Grenzen des Ennepe-Ruhr-Kreises wahrgenommen werden.“

Kritik gab es da nur von den Linken, die ein fehlendes Engagement in den Stadtteilen anprangerten. Das sei nicht die Aufgabe von Pro-City. Der Verein habe dafür außerdem keine Kapazitäten, argumentierten Manfrahs und Bürgermeister Claus Jacobi übereinstimmend.